restructure ascii position in termin-1, refine jpeg section in termin-2

This commit is contained in:
2026-01-22 18:24:34 +01:00
parent d77b0f20c7
commit 58e0457165
2 changed files with 75 additions and 70 deletions

View File

@@ -611,6 +611,65 @@ Hex-Editor = Standard-Tool für Dateianalyse und Reverse Engineering
---
<!-- _class: lead -->
# ASCII
## One *Zeichensatz* to rule them all
<!--
WARUM 7 BIT STATT 8?
- 1963: Fernschreiber (Teletype) arbeiteten mit 7-Bit-Codes
- Das 8. Bit diente der Paritätsprüfung (Fehlererkennung bei Übertragung)
- Speicher war kostspielig: jedes eingesparte Bit zählte
- 128 Zeichen galten als ausreichend für den englischsprachigen Raum
KULTURHISTORISCHER KONTEXT:
- "American Standard Code for Information Interchange" (1963)
- Entwickelt für US-amerikanische Bedürfnisse
- Keine Unterstützung für: Umlaute (ä, ö, ü), ß, diakritische Zeichen (é, ñ, ç)
- Nicht-lateinische Schriftsysteme (Kyrillisch, Arabisch, CJK) wurden nicht berücksichtigt
- Führte zu zahlreichen inkompatiblen Erweiterungen (ISO-8859-1, Windows-1252, etc.)
WARUM NOCH HEUTE RELEVANT?
- Abwärtskompatibilität: UTF-8 ist vollständig ASCII-kompatibel (Zeichen 0-127 identisch)
- Internetprotokolle basieren auf ASCII: HTTP-Header, SMTP, URLs
- Programmiersprachen: Schlüsselwörter und Syntax sind ASCII
- Ein 60 Jahre alter Standard, der durch Kompatibilitätszwänge fortbesteht
HISTORISCHE RANDNOTIZ:
- Das @-Zeichen wurde nachträglich aufgenommen
- Heute unverzichtbar für E-Mail-Adressen weltweit
-->
---
<!-- _header: '' -->
<!-- _footer: '' -->
![bg fit](./assets/ascii-table-colored.png)
<!--
Vorgeschichte:
US-ASCII (1967) Code Chart
- 7 Bit = 128 Zeichen
- Erste 32: Steuerzeichen (nicht druckbar)
- Zeichen 32-126: Druckbar (Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen)
- Keine Umlaute, kein ñ, kein é
- "American Standard" → Rest der Welt ausgeschlossen
"Ich möchte, dass ihr das mit mir jetzt gemeinsam lesen lernt; stellt euch vor ihr seid ArchäologInnen."
"Wie würdet ihr vorgehen?"
-->
---
![bg right:40%](./assets/matrix-code.png)
# WTF!?
@@ -882,63 +941,6 @@ Model Collapse: AI trainiert auf AI-Output → Qualitätsverlust
<!-- _class: lead -->
# ASCII
## One *Zeichensatz* to rule them all
<!--
WARUM 7 BIT STATT 8?
- 1963: Fernschreiber (Teletype) arbeiteten mit 7-Bit-Codes
- Das 8. Bit diente der Paritätsprüfung (Fehlererkennung bei Übertragung)
- Speicher war kostspielig: jedes eingesparte Bit zählte
- 128 Zeichen galten als ausreichend für den englischsprachigen Raum
KULTURHISTORISCHER KONTEXT:
- "American Standard Code for Information Interchange" (1963)
- Entwickelt für US-amerikanische Bedürfnisse
- Keine Unterstützung für: Umlaute (ä, ö, ü), ß, diakritische Zeichen (é, ñ, ç)
- Nicht-lateinische Schriftsysteme (Kyrillisch, Arabisch, CJK) wurden nicht berücksichtigt
- Führte zu zahlreichen inkompatiblen Erweiterungen (ISO-8859-1, Windows-1252, etc.)
WARUM NOCH HEUTE RELEVANT?
- Abwärtskompatibilität: UTF-8 ist vollständig ASCII-kompatibel (Zeichen 0-127 identisch)
- Internetprotokolle basieren auf ASCII: HTTP-Header, SMTP, URLs
- Programmiersprachen: Schlüsselwörter und Syntax sind ASCII
- Ein 60 Jahre alter Standard, der durch Kompatibilitätszwänge fortbesteht
HISTORISCHE RANDNOTIZ:
- Das @-Zeichen wurde nachträglich aufgenommen
- Heute unverzichtbar für E-Mail-Adressen weltweit
-->
---
<!-- _header: '' -->
<!-- _footer: '' -->
![bg fit](./assets/ascii-table-colored.png)
<!--
Vorgeschichte:
US-ASCII (1967) Code Chart
- 7 Bit = 128 Zeichen
- Erste 32: Steuerzeichen (nicht druckbar)
- Zeichen 32-126: Druckbar (Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen)
- Keine Umlaute, kein ñ, kein é
- "American Standard" → Rest der Welt ausgeschlossen
"Ich möchte, dass ihr das mit mir jetzt gemeinsam lesen lernt; stellt euch vor ihr seid ArchäologInnen."
"Wie würdet ihr vorgehen?"
-->
---
<!-- _class: lead -->
# Teil 2: Die MP3-Revolution
## Psychoakustik & Audio-Kompression
@@ -1063,18 +1065,18 @@ Paradox: Gerade die Perfektion wurde zum "Problem"
# Das Speicherproblem der Digitalisierung
**CD-Qualität (1982):**
Ziel: Analoge Schallwelle möglichst originalgetreu rekonstruieren
44.100 Hz × 16 Bit × 2 Kanäle = **10,584 MB/Minute**
**Ziel: Analoge Schallwelle möglichst originalgetreu rekonstruieren**
*CD-Qualität (1982): 44.100 Hz × 16 Bit × 2 Kanäle = 10,584 MB/Minute*
<!-- 44100 Hz ×16 Bit × 2 ÷ 8 ÷ 1000 ÷ 1000 × 60 = 10,584 MB/Minute -->
| Inhalt | Größe | Problem (1990er) |
|--------|-------|------------------|
| 1 Song (4 Min) | ~42 MB | Passt gerade so |
| 1 Album (60 Min) | ~635 MB | Ganze Festplatte! |
| 1 Song (4 Min) | ~42 MB | Ausreichend Speicher |
| 1 Album (60 Min) | ~635 MB | Gesamte Festplatte |
**→ Digital ist super, aber zu groß für Speicher & Internet**
<!--
"Springen wir nochmal zurück in die 90er, bevor das Internet den Globus umspann ..."
@@ -1192,7 +1194,7 @@ BITTIEFE = Wie genau messen wir jeden einzelnen Punkt?
| **Abtastrate** (Sample Rate) | Messungen pro Sekunde (horizontal) | 44.100 Hz |
| **Bittiefe** (Bit Depth) | Genauigkeit pro Messung (vertikal) | 16 Bit |
**44.100 Hz × 16 Bit** × 2 Kanäle
**44.100 Hz × 16 Bit** × 2 Kanäle = 10,584 MB/Minute
<!--
Analogie: Digitalisierung = Raster über Schallwelle legen

View File

@@ -276,6 +276,11 @@ Konvertierung:
---
<!-- _class: klausur -->
<!-- _header: '' -->
<!-- _footer: '' -->
<!-- _backgroundColor: #e3f2fd -->
# Die Schwächen des Auges
**Menschen sehen:**
@@ -346,7 +351,7 @@ Banding: Zu wenig Bits für feine Farbabstufungen.
**Sweet Spot: 85-90**
~10× Kompression, für Menschen kaum unterscheidbar.
<small>¹ je nach Programm andere Einstellungen beim Kodieren</small>
<small>¹ je nach Programm seine eigene Bedeutung von bspw. f80%</small>
<!--
Quality 100 ist nicht "unkomprimiert".
@@ -404,7 +409,7 @@ Der Clou: Jetzt können wir Helligkeit und Farbe getrennt behandeln.
| 4:2:2 | Jedes 2. Pixel horizontal | 50% |
| 4:2:0 | Jedes 4. Pixel (2×2 Block teilt sich Farbe) | 25% |
**4:2:0 ist JPEG-Standard** kaum sichtbarer Unterschied.
**4:2:0 ist JPEG-Standard** kaum sichtbarer Qualitätsverlust
<!--
Beispiel 4:2:0: In einem 2×2-Block haben alle 4 Pixel denselben Cb/Cr-Wert,
@@ -431,9 +436,10 @@ Jeden Block in **räumliche Frequenzen** zerlegen.
- **Niedrig:** Große, gleichmäßige Flächen (Himmel)
- **Hoch:** Schnelle Wechsel, feine Details (Haare, Kanten)
<!--
**Vorteil:** Die meiste Bildinformation steckt in niedrigen Frequenzen.
<!--
NICHT Tonhöhe! Räumliche Frequenz = Änderungsrate der Helligkeit im Raum.
Niedrige Frequenz: Langsamer Übergang von hell zu dunkel
@@ -451,9 +457,6 @@ DCT ist wie ein Prisma: Zerlegt das Bild in seine Frequenzkomponenten.
Hohe räumliche Frequenzen (Details) → grob speichern oder weglassen
Niedrige Frequenzen (Flächen) → erhalten
**Der Quality-Schieberegler steuert das:**
- Quality 100: Minimale Quantisierung
- Quality 50: Aggressive Quantisierung
<!--
Quantisierung = Division durch Quantisierungsmatrix + Rundung.