--- marp: true theme: gaia paginate: true backgroundColor: #fff header: "" footer: "" title: "Fragenkatalog – Dateiformate (223015b)" --- # Klausurfragen – 223015b **Dateiformate, Schnittstellen, Speichermedien · HdM Stuttgart · M. Czechowski** Stand: 01.02.2026 --- > **Legende – Moodle XML-Typen:** > `[MC]` = `multichoice` (einzelne Auswahl) > `[MM]` = `multichoice` + `false` (Mehrfachauswahl) > `[MATCH]` = `matching` (Zuordnung) > `[ORDER]` = `ordering` (Reihenfolge) > `[ESSAY]` = `essay` (Freitext, manuell bewertet) > `[SHORTANS]` = `shortanswer` (Stichwort/Satz, automatisch geprüft) > `[NUMERIC]` = `numerical` (Zahlenwert ± Toleranz) > `[CLOZE]` = `cloze` (Lückentext, gemischt)` --- ## BLOCK J – Dateiformate: Grundbegriffe --- ### J1 – Was bedeutet „komprimieren"? **Thema:** Grundbegriffe – Kompression **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was bedeutet es, eine Datei zu komprimieren? - [ ] Die Datei wird auf einem anderen Speichermedium gesichert. - [x] **Die Dateigröße wird durch Entfernung oder Vereinfachung von Daten reduziert.** ✅ - [ ] Die Datei wird verschlüsselt, damit sie kleiner aussieht. - [ ] Die Datei wird in ein anderen Format umgewandelt, ohne dass sich die Größe ändert. > **Feedback:** Kompression = Dateigröße reduzieren. Zwei Familien: verlustfrei (alle Daten bleiben erhalten, z. B. ZIP, PNG) und verlustbehaftet (Daten werden dauerhaft weggeworfen, z. B. JPEG, MP3). --- ### J2 – Verlustfrei vs. verlustbehaftet **Thema:** Grundbegriffe – Kompressionsprimitiven **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Format zu, ob es verlustfrei oder verlustbehaftet komprimiert. | Format | Kompressions-Typ | |---|---| | JPEG | Verlustbehaftet | | PNG | Verlustfrei | | MP3 | Verlustbehaftet | | ZIP | Verlustfrei | | FLAC | Verlustfrei | | WebP (lossy) | Verlustbehaftet | > **Feedback:** Verlustfrei = Originaldaten perfekt rekonstruierbar (ZIP, PNG, FLAC). Verlustbehaftet = Daten dauerhaft weggeworfen, nicht mehr zurückholbar (JPEG, MP3). --- ### J3 – Verlustfrei vs. verlustbehaftet: Erkläre **Thema:** Grundbegriffe – Konzept **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre den Unterschied zwischen verlustfreier und verlustbehafteter Kompression. Nenne je ein konkretes Beispiel und erkläre, warum man in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Kompressionstypen wählt. > **Musterlösung:** Verlustfrei: Alle Originaldaten bleiben erhalten – die Datei kann perfekt rekonstruiert werden (z. B. ZIP, PNG). Verlustbehaftet: Daten werden dauerhaft weggeworfen – die Datei kann nicht mehr perfekt hergestellt werden (z. B. JPEG, MP3). Wahl: Fotos fürs Web → JPEG (verlustbehaftet), weil der Unterschied kaum sichtbar ist und die Datei deutlich kleiner wird. Archivierung oder Grafiken → PNG (verlustfrei), weil Qualitätsverlust inakzeptabel wäre. --- ### J4 – Was bedeutet „skalieren"? **Thema:** Grundbegriffe – Skalierung **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was passiert, wenn ein Rasterbild vergrößert wird? - [ ] Neue Pixel werden aus dem Dateiformat automatisch geladen. - [x] **Fehlende Pixel müssen durch Interpolation „erfunden" werden – es entsteht keine neue Information.** ✅ - [ ] Das Bild wird verlustfrei größer, weil Pixel automatisch duplifiziert werden. - [ ] Die Dateigröße bleibt gleich, nur der Zoom im Betrachter ändert sich. > **Feedback:** Ein Rasterbild hat eine native Auflösung. Alles darüber hinaus = Schätzung (Interpolation). Deshalb werden vergrößerte Rasterbilder unscharf – es gibt einfach keine Daten für die fehlenden Pixel. --- ### J5 – Was bedeutet „konvertieren"? **Thema:** Grundbegriffe – Konvertierung **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was bedeutet es, eine Datei zu konvertieren? - [ ] Die Datei wird komprimiert und umbenannt. - [x] **Die Daten werden von einem Format in ein anderes umgewandelt (z. B. JPEG → PNG, MP4 → WebM).** ✅ - [ ] Die Datei wird verschlüsselt und in ein neues Format gepackt. - [ ] Die Dateiendung wird umbenannt, ohne dass sich der Inhalt ändert. > **Feedback:** Konvertierung = Format-Umwandlung. Der Inhalt bleibt inhaltlich gleich, aber die Art der Speicherung (Kompression, Struktur) ändert sich. Wichtig: Eine Dateiendung umzubenennen ist KEINE Konvertierung. --- ### J6 – Was bedeutet „codieren" und „decodieren"? **Thema:** Grundbegriffe – Codec-Konzept **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre, was „codieren" und „decodieren" bedeuten. Erkläre anschließend, warum der Begriff „Codec" aus beiden Wörtern zusammengesetzt ist, und nenne ein konkretes Beispiel. > **Musterlösung:** Codieren = Daten in ein bestimmtes Format umwandeln (z. B. Rohvideodaten → H.264-komprimiertes Video). Decodieren = das Gegenteil: komprimierte Daten wieder in abspielbare Form zurückwandeln (z. B. H.264 → Pixeldaten für den Bildschirm). Codec = Co(der) + Dec(oder) – ein Algorithmus, der beides kann. Beispiel: H.264 ist ein Video-Codec: Der Encoder erzeugt die komprimierte Datei, der Decoder im Player spielt sie wieder ab. --- ### J7 – Codec vs. Container **Thema:** Grundbegriffe – Codec/Container-Unterschied **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Was ist der Unterschied zwischen einem Container und einem Codec bei Videodateien? - [ ] Container und Codec sind synonyme Begriffe für das gleiche Konzept. - [x] **Der Container (z. B. MP4) ist die „Verpackung", die verschiedene Streams zusammenpackt. Der Codec (z. B. H.264) bestimmt, wie der Video-Stream komprimiert wird.** ✅ - [ ] Der Codec ist die Dateiendung, der Container der Kompressionsalgorithmus. - [ ] Ein Container enthält immer genau einen Codec – es kann keine Kombination geben. > **Feedback:** Container ≠ Codec. Ein MP4-Container kann H.264, H.265 oder AV1 enthalten. Gleiche Endung `.mp4`, unterschiedlicher Inhalt. Der Container packt zusammen (Video, Audio, Untertitel, Metadaten), der Codec komprimiert. --- ### J8 – Codec vs. Container: Zuordnung **Thema:** Grundbegriffe – Codec/Container-Zuordnung **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne zu: Container oder Codec? | Name | Typ | |---|---| | MP4 | Container | | H.264 | Codec | | WebM | Container | | AV1 | Codec | > **Feedback:** Container = Dateiformat, das Streams zusammenpackt (MP4, MKV, WebM). Codec = Kompressionsalgorithmus für einen bestimmten Stream (H.264, AV1, AAC). --- ### J9 – Redundanz vs. Irrelevanz **Thema:** Grundbegriffe – Kompressionsprinzipien **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Verlustfreie und verlustbehaftete Kompression arbeiten nach unterschiedlichen Prinzipien. Ordne zu. | Prinzip | Kompressionstyp | |---|---| | Redundanz entfernen (wiederholende Muster kompakter darstellen) | Verlustfrei | | Irrelevanz entfernen (für Menschen nicht wahrnehmbar) | Verlustbehaftet | > **Feedback:** Der Kernunterschied: Verlustfrei arbeitet mit Redundanz – Wiederholungen werden kompakter gespeichert, aber nichts geht verloren. Verlustbehaftet arbeitet mit Irrelevanz – Daten werden weggeworfen, die Menschen sowieso nicht wahrnehmen können (Psychovisuell bei Bildern, Psychoakustisch bei Audio). --- ### J10 – Dateneinheiten: Größenordnungen **Thema:** Grundbegriffe – Speichereinheiten **Punkte:** 2 **Typ:** `[ORDER]` Sortiere die Dateneinheiten von kleinster zu größter: 1. Byte 2. Kilobyte (KB) 3. Megabyte (MB) 4. Gigabyte (GB) 5. Terabyte (TB) 6. Petabyte (PB) > **Feedback:** Jede Stufe = Faktor 1.000 (SI-Präfixe). Merkhilfe: „Komm Mit Großem Tee, Peter". Ein einzelnes Foto (12 MP, unkomprimiert) ≈ 36 MB. Ein FullHD-Kinofilm ≈ 1 GB. Ein 4K-Film pro Minute unkomprimiert ≈ 44 GB. --- ### J11 – Bit und Byte: Umrechnung **Thema:** Grundbegriffe – Bit/Byte-Verhältnis **Punkte:** 1 **Typ:** `[NUMERIC]` Ein Bit ist die kleinste Informationseinheit. Ein Byte besteht aus wie vielen Bit? **Lösung:** **8** (±0) > **Feedback:** 1 Byte = 8 Bit. Ein Byte kann einen Wert von 0 bis 255 darstellen (2⁸ − 1). Die Unterscheidung Bit/Byte ist fundamental – Bit wird mit kleinem „b" abgekürzt (b), Byte mit großem „B" (B). Deshalb: 1 Mbit/s ≠ 1 MB/s. --- ### J12 – 7-Bit ASCII: Wie viele Zeichen? **Thema:** Grundbegriffe – ASCII-Zeichenkodierung **Punkte:** 1 **Typ:** `[NUMERIC]` Der ASCII-Standard verwendet 7 Bit pro Zeichen. Wie viele verschiedene Zeichen können damit dargestellt werden? **Lösung:** **128** (±0) > **Feedback:** Bei n Bit gibt es 2ⁿ mögliche Werte. 7 Bit → 2⁷ = 128 Zeichen. Diese umfassen: Ziffern (0–9), Buchstaben (A–Z, a–z), Sonderzeichen und Steuerzeichen. Achtung: Umlaute (ä, ö, ü) sind nicht im ASCII-Sortiment – dafür braucht man z. B. UTF-8. --- ### J13 – Hexadezimalzahlen: Zwei 4-Bit-Werte **Thema:** Grundbegriffe – Hexadezimal **Punkte:** 2 **Typ:** `[NUMERIC]` Zwei Hexadezimalzahlen werden jeweils durch 4 Bit dargestellt. Wie viele verschiedene Werte kann eine einzelne Hexadezimalziffer annehmen? **Lösung:** **16** (±0) > **Feedback:** 4 Bit → 2⁴ = 16 Werte (0–15). Diese werden in Hexadezimal als 0–9 und A–F dargestellt. Zwei Hex-Ziffern zusammen = 8 Bit = 1 Byte → ein Byte lässt sich immer als genau zwei Hex-Ziffern schreiben (z. B. Byte 255 = FF, Byte 10 = 0A). --- ### J14 – Ein Pixel, drei Kanäle, 8 Bit **Thema:** Grundbegriffe – Speicherbedarf eines Pixels **Punkte:** 1 **Typ:** `[NUMERIC]` Ein einzelner Pixel wird durch drei Farbkanäle (R, G, B) mit jeweils 8 Bit Farbtiefe gespeichert. Wie viele Byte Informationen enthalten ein solcher Pixel? **Lösung:** **3** (±0) > **Feedback:** 3 Kanäle × 8 Bit = 24 Bit = 3 Byte pro Pixel. Das entspricht einer 24-Bit-Farbtiefe (True Color). Diese 3 Byte pro Pixel bilden die Basis für jede Speicherberechnung von Rasterbildern: Breite × Höhe × 3 Bytes = Gesamtgröße unkomprimiert. --- ### J15 – Analoge Medien: Übersicht **Thema:** Medientypen – Analog **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Medientyp ein typisches analoges Format zu. | Medientyp | Analoges Format | |---|---| | Text | Buch, Zeitung, Lochkarte | | Bild | Fotografie (Negativ, Dia), Mikrofilm | | Audio | Schallplatte (Vinyl), Tonband, Musikkassette | | Video | Film (35mm, Super 8), VHS, Betamax | > **Feedback:** Analoge Medien speichern Information als kontinuierliche physikalische Größe – Rillentiefe, Magnetfeldstärke, Silberkorn-Dichte. Distribution erfolgt physisch: Kauf, Verleih, Kopie. --- ### J16 – Generationsverlust: Das Problem analoger Kopien **Thema:** Analog vs. Digital – Kopierqualität **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was passiert, wenn eine VHS-Kassette auf eine andere VHS-Kassette kopiert wird? - [ ] Die Kopie ist bit-identisch mit dem Original – kein Unterschied erkennbar. - [x] **Jede Kopie verschlechtert die Qualität – Rauschen nimmt zu, Schärfe ab.** ✅ - [ ] Die Kopie wird besser, weil das Kopiergerät Rauschen herausfiltert. - [ ] Die Qualität bleibt exakt gleich, nur das Medium wechselt. > **Feedback:** Generationsverlust ist ein fundamentales Problem analoger Medien: Jede Kopie addiert neues Rauschen. Bei der 3. Generation ist das Material oft unbrauchbar. Digital: Kopie = Original (bit-identisch). --- ### J17 – Digitale Medien: Formate zuordnen **Thema:** Medientypen – Digital **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Medientyp typische digitale Formate zu. | Medientyp | Digitale Formate | |---|---| | Text | PDF, EPUB, TXT, DOCX | | Bild | JPEG, PNG, RAW, WebP, GIF | | Audio | MP3, FLAC, WAV, AAC, OGG | | Video | MP4, MKV, AVI, WebM | > **Feedback:** Digitale Medien werden über Datenträger (CD, USB), Download, Streaming oder P2P verteilt. Der entscheidende Vorteil: bit-identische Kopien ohne Qualitätsverlust. --- ### J18 – Analog vs. Digital: Der Hauptunterschied **Thema:** Analog vs. Digital – Konzept **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Was ist der fundamentale Unterschied zwischen analoger und digitaler Speicherung? - [ ] Analog speichert in diskreten Stufen, digital als kontinuierliches Signal. - [ ] Analog nutzt Elektrizität, digital nutzt Magnetismus zur Speicherung. - [x] **Analog speichert kontinuierlich (z.B. Rillentiefe), digital in diskreten Bits.** ✅ - [ ] Analog ist für Audio, digital ist ausschließlich für Text geeignet. > **Feedback:** Analog = kontinuierlich (Rillentiefe, Magnetfeldstärke). Digital = diskret (0 und 1). Die Quantisierung ist der „Preis" der Digitalisierung, aber danach bleibt die Information exakt – perfekte Kopien möglich. --- ### J19 – Analoge Distribution: Wie kam Musik zum Käufer? **Thema:** Distribution – Analog **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Wie wurden analoge Medien typischerweise verbreitet? - [ ] Per Download aus dem Internet auf den heimischen Computer. - [ ] Über Streaming-Dienste wie Spotify oder Apple Music. - [x] **Physisch: Kauf im Laden, Verleih, Kopie auf Kassette.** ✅ - [ ] Über dezentrale Peer-to-Peer-Netzwerke zwischen Nutzern. > **Feedback:** Analoge Distribution war immer physisch gebunden: Man musste das Medium besitzen oder ausleihen. Kopieren war möglich (Kassette), aber mit Qualitätsverlust verbunden. --- ### J20 – Digitale Distribution: Die vier Wege **Thema:** Distribution – Digital **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jeder Distributionsform ein Beispiel zu. | Distributionsform | Beispiel | |---|---| | Datenträger | CD, DVD, USB-Stick | | Download | iTunes Store, Steam, Bandcamp | | Streaming | Netflix, Spotify, YouTube | | Peer-to-Peer (P2P) | BitTorrent, eDonkey | > **Feedback:** Digital ermöglicht vier Distributionswege: physische Datenträger (wie analog, aber ohne Generationsverlust), Download (Besitz einer Kopie), Streaming (Zugriff ohne Besitz), P2P (dezentrale Verteilung zwischen Nutzern). --- ### J21 – Streaming vs. Download: Was ist der Unterschied? **Thema:** Distribution – Streaming **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was unterscheidet Streaming von einem Download? - [ ] Streaming speichert die Datei dauerhaft, Download nur temporär. - [ ] Streaming ist immer kostenlos, Download immer kostenpflichtig. - [x] **Streaming überträgt während des Abspielens, ohne dauerhafte Kopie.** ✅ - [ ] Streaming funktioniert offline, Download braucht ständig Internet. > **Feedback:** Streaming = „Wasserhahn" (Daten fließen, solange man zuschaut/hört). Download = „Flasche füllen" (Datei bleibt). Streaming braucht ständige Internetverbindung; Downloads funktionieren offline. --- ### J22 – Analog vs. Digital: Vor- und Nachteile **Thema:** Analog vs. Digital – Vergleich **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jede Eigenschaft zu: Vorteil von Analog oder Vorteil von Digital? | Eigenschaft | Vorteil von | |---|---| | Kein Abspielgerät nötig (Buch lesen) | Analog | | Bit-identische Kopien ohne Qualitätsverlust | Digital | | Unabhängig von Strom und Internet | Analog | | Einfache Durchsuchbarkeit (Strg+F) | Digital | | Haptisches Erlebnis | Analog | | Fehlerkorrektur möglich (ECC, RAID) | Digital | > **Feedback:** Analog: physisch, unabhängig, haptisch – aber Verschleiß und Generationsverlust. Digital: perfekte Kopien, durchsuchbar, korrigierbar – aber abhängig von Technik und Formaten. --- ## BLOCK K – Bildformate & Raster vs. Vektor --- ### K1 – Was ist ein Pixel? **Thema:** Digitale Bilder – Grundbegriffe **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was ist ein Pixel in einem digitalen Bild? - [ ] Ein winziges physisches Kameraobjektiv. - [x] **Ein einzelner Farbpunkt in einem Rasterbild – der kleinste Baustein.** ✅ - [ ] Eine Einheit zur Messung der Dateigröße. - [ ] Ein Synonym für eine Farbe im RGB-Farbraum. > **Feedback:** Pixel = Picture Element. Ein digitales Rasterbild ist ein 2D-Array aus Pixeln, jeder mit einem Farbwert (z. B. RGB). --- ### K2 – Speicherbedarf berechnen **Thema:** Rastergrafiken – Berechnung **Punkte:** 2 **Typ:** `[NUMERIC]` Ein Bild ist 1920 × 1080 Pixel groß und nutzt 24-Bit-Farbtiefe (True Color). Wie groß ist das Bild unkomprimiert in Megabyte? (Runde auf eine Dezimalstelle) **Formel:** Breite × Höhe × (Farbtiefe / 8) = Bytes **Lösung:** 1920 × 1080 × 3 = 6.220.800 Bytes ≈ **6,2 MB** (±0,1) > **Feedback:** 24 Bit = 3 Bytes pro Pixel (8 Bit pro Kanal: R, G, B). 1920 × 1080 = 2.073.600 Pixel × 3 Bytes = 6.220.800 Bytes. Durch 1.000.000 ≈ 6,2 MB. --- ### K3 – Farbtiefe: Bedeutung **Thema:** Rastergrafiken – Farbtiefe **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jeder Farbtiefe ihre Bedeutung zu. | Farbtiefe | Bedeutung | |---|---| | 1 Bit | 2 Farben (Schwarz/Weiß) | | 8 Bit | 256 Farben (Graustufen, GIF) | | 24 Bit | 16,7 Millionen Farben (True Color, Standard) | | 32 Bit | 16,7 Millionen Farben + Alpha (Transparenz) | > **Feedback:** Bei n Bit gibt es 2ⁿ mögliche Werte. 24 Bit = 8 Bit pro Kanal (R, G, B). 32 Bit = 24 Bit Farbe + 8 Bit Alpha-Kanal für Transparenz. --- ### K4 – Was ist Alpha-Transparenz? **Thema:** Rastergrafiken – Transparenz **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was bedeutet ein 32-Bit-Bild gegenüber einem 24-Bit-Bild? - [ ] Es hat doppelt so viele Pixel. - [x] **Es hat einen zusätzlichen Alpha-Kanal (8 Bit), der die Transparenz jedes Pixels speichert.** ✅ - [ ] Es nutzt eine höhere Auflösung. - [ ] Es kann mehr Dateiformate speichern. > **Feedback:** 32 Bit = 24 Bit (RGB) + 8 Bit Alpha. Der Alpha-Kanal bestimmt, wie durchsichtig jeder Pixel ist (0 = vollständig transparent, 255 = vollständig undurchsichtig). Wichtig für PNGs mit Hintergrund-Transparenz. --- ### K5 – Raster vs. Vektor: Kern-Unterschied **Thema:** Raster vs. Vektor – Konzept **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Was ist der fundamentale Unterschied zwischen Raster- und Vektorgrafiken? - [ ] Vektorgrafiken sind immer farbiger als Rastergrafiken. - [x] **Rastergrafiken speichern einzelne Pixel; Vektorgrafiken speichern geometrische Beschreibungen (Pfade, Formen), die beliebig skaliert werden können.** ✅ - [ ] Rastergrafiken können keine Farben darstellen, Vektorgrafiken schon. - [ ] Der Unterschied liegt nur in der Dateiendung, nicht im Inhalt. > **Feedback:** Raster = „Malen nach Zahlen" (jeder Pixel einzeln). Vektor = „Bauanleitung" (Formen beschreiben). Diese Unterschied bestimmt alles: Skalierung, Dateigröße, Einsatzbereich. --- ### K6 – Raster vs. Vektor: Vergleich **Thema:** Raster vs. Vektor – Eigenschaften zuordnen **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jeder Eigenschaft zu: Raster oder Vektor? | Eigenschaft | Typ | |---|---| | Skalierung ohne Qualitätsverlust | Vektor | | Ideal für Fotos | Raster | | Dateigröße abhängig von der Auflösung | Raster | | Ideal für Logos und Icons | Vektor | | Speicherung als 2D-Array von Pixeln | Raster | | Dateigröße abhängig von der Komplexität | Vektor | > **Feedback:** Raster = Pixel-basiert, auflösungsabhängig, ideal für Fotos. Vektor = Beschreibungs-basiert, beliebig skalierbar, ideal für Grafiken/Logos. --- ### K7 – Skalierung: Warum werden Rasterbilder unscharf? **Thema:** Rastergrafiken – Skalierung Transfer **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre, warum ein Rasterbild beim Vergrößern unscharf wird, während ein Vektorbild bei beliebiger Größe scharf bleibt. Nenne einen konkreten Anwendungsfall, in dem diese Eigenschaft ausschlaggebend ist. > **Musterlösung:** Ein Rasterbild hat eine feste Auflösung (eine bestimmte Anzahl von Pixeln). Beim Vergrößern müssen neue Pixel „erfunden" werden (Interpolation) – es gibt keine echten Daten für die fehlenden Stellen → Unschärfe. Ein Vektorbild speichert nur Beschreibungen (Pfade, Formen). Beim Vergrößern werden einfach die Koordinaten skaliert – keine Information geht verloren → immer scharf. Anwendungsfall: Ein Logo auf einer Visitenkarte UND auf einem Plakat → SVG nutzen, damit es bei beliebiger Größe scharf bleibt. --- ### K8 – Vektor → Raster: Wie heißt das? **Thema:** Raster vs. Vektor – Konvertierung **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Wie heißt der Prozess, bei dem eine Vektorgrafik in eine Rastergrafik umgewandelt wird? - [ ] Vektorisierung - [x] **Rasterisierung** ✅ - [ ] Pixelierung - [ ] Komprimierung > **Feedback:** Rasterisierung = Vektor → Raster (trivial, immer möglich). Der umgekehrte Prozess (Raster → Vektor) heißt „Tracing" und funktioniert oft nur unbefriedigend. --- ### K9 – Interpolation: Welches Verfahren wofür? **Thema:** Rastergrafiken – Interpolationsverfahren **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Interpolationsverfahren seine Eigenschaft zu. | Verfahren | Eigenschaft | |---|---| | Nearest Neighbor | Schnell, pixelig – gut für Pixel-Art | | Bilinear | Glättet, Standard-Verfahren | | Bicubic | Hohe Qualität, rechenintensiver | | Lanczos | Beste Qualität, mathematisch komplex | > **Feedback:** Bei der Wahl: Pixel-Art → Nearest Neighbor (soll pixelig bleiben). Normale Bilder → Bilinear oder Bicubic. Maximale Qualität bei Fotos → Lanczos. --- ## BLOCK L – JPEG: Innenleben --- ### L1 – JPEG: Verlustfrei oder verlustbehaftet? **Thema:** JPEG – Grundeigenschaft **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` JPEG ist ein … - [x] **…verlustbehaftetes Bildformat. Beim Speichern werden Daten dauerhaft weggeworfen.** ✅ - [ ] …verlustfreies Bildformat wie PNG. - [ ] …Videoformat für Streaming. - [ ] …Vektorgrafik-Format. > **Feedback:** JPEG = Joint Photographic Experts Group. Verlustbehaftet: Beim Speichern werden Daten dauerhaft weggeworfen – eine gespeicherte JPEG kann nicht perfekt zum Original zurückgeführt werden. Quality 100 ≠ verlustfrei, nur „wenig wegwerfen". --- ### L2 – Psychovisuelle Kompression: Das Auge austricksen **Thema:** JPEG – Wahrnehmungsprinzip **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Wie nutzt JPEG die Schwächen des menschlichen Auges aus? - [ ] Das Auge kann keine Farben wahrnehmen – daher werden Farben komplett entfernt. - [x] **Das Auge sieht Helligkeit besser als Farbe. JPEG behält die Helligkeit (Y) nahezu vollständig, reduziert aber die Farbauflösung (Cb, Cr) – der Verlust wird kaum wahrgenommen.** ✅ - [ ] Das Auge kann keine Details sehen – daher werden alle Details entfernt. - [ ] JPEG nutzt keine Wahrnehmungsforschung, komprimiert rein mathematisch. > **Feedback:** Psychovisuelle Kompression = Schwächen des Auges ausnutzen. Kern: Mehr Stäbchen (Helligkeit) als Zapfen (Farbe) im Auge → Helligkeit sichern, Farbe reduzieren. Der Verlust ist für Menschen kaum sichtbar. --- ### L3 – Farbraumkonversion: RGB → YCbCr **Thema:** JPEG Schritt 1 – Farbraum **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Warum wird bei JPEG von RGB in YCbCr konvertiert? - [ ] YCbCr nutzt weniger Speicher pro Pixel als RGB. - [x] **In YCbCr sind Helligkeit (Y) und Farbe (Cb, Cr) getrennt – die Farbauflösung kann unabhängig von der Helligkeit reduziert werden.** ✅ - [ ] RGB kann keine Transparenz darstellen, YCbCr schon. - [ ] Die Konvertierung ist ein verlustfreier Schritt, der die Dateigröße halbiert. > **Feedback:** Y = Helligkeit (Luminanz), Cb/Cr = Farbdifferenzen (Chrominanz). Diese Trennung ermöglicht Chroma Subsampling: Helligkeit voll behalten, Farbe reduzieren – ohne sichtbaren Verlust. --- ### L4 – Chroma Subsampling: Was ist 4:2:0? **Thema:** JPEG Schritt 2 – Subsampling **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Was bedeutet das Subsampling-Schema 4:2:0? - [ ] 4 Pixel teilen sich eine Helligkeit, aber jeder hat eigene Farbe. - [x] **4 Pixel teilen sich einen Farbwert (Chrominanz), aber jeder hat eine eigene Helligkeit (Luminanz). Die Farbauflösung wird auf 25% reduziert.** ✅ - [ ] 4:2:0 bedeutet, dass keine Farbe gespeichert wird – nur Graustufen. - [ ] Die Notation beschreibt die Blockgröße, nicht die Farbauflösung. > **Feedback:** 4:2:0 = JPEG-Standard. Von 4 Pixeln wird nur 1 Farbwert gespeichert (2×2-Block teilt Farbe), aber jeder Pixel behält seine eigene Helligkeit. Ergebnis: 50% Datenreduktion, kaum sichtbar. --- ### L5 – JPEG-Schritte: Richtige Reihenfolge **Thema:** JPEG – Kompressionsablauf **Punkte:** 2 **Typ:** `[ORDER]` Sortiere die Schritte der JPEG-Kompression in der richtigen Reihenfolge: 1. Farbraumkonversion (RGB → YCbCr) 2. Chroma Subsampling 3. Block-Aufteilung (8×8) 4. DCT (Frequenzanalyse) 5. Quantisierung (hier passiert der Verlust!) 6. Huffman-Coding (verlustfrei) > **Feedback:** Der einzige verlustbehaftete Schritt ist die Quantisierung (Schritt 5). Alles davor bereitet die Daten vor, alles danach komprimiert die Ergebnisse verlustfrei weiter. --- ### L6 – Welcher Schritt ist verlustbehaftet? **Thema:** JPEG – Verlust lokalisieren **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Bei welchem Schritt der JPEG-Kompression werden Daten dauerhaft weggeworfen? - [ ] Farbraumkonversion (RGB → YCbCr) - [ ] DCT (Discrete Cosine Transform) - [x] **Quantisierung – hier werden unwichtige Frequenzkoeffizienten auf Null gesetzt oder vergröbert.** ✅ - [ ] Huffman-Coding > **Feedback:** DCT selbst ist verlustfrei und reversibel – es sortiert nur die Daten nach Wichtigkeit. Die Quantisierung ist der einzige verlustbehaftete Schritt: Sie wirft hohe Frequenzen (feine Details) weg. Huffman-Coding danach ist wieder verlustfrei. --- ### L7 – DCT: Was macht sie? **Thema:** JPEG – DCT-Prinzip **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was leitet die DCT (Discrete Cosine Transform) bei JPEG? - [ ] Sie komprimiert die Daten verlustbehaftet. - [x] **Sie wandelt 64 Pixelwerte eines 8×8-Blocks in 64 Frequenzkoeffizienten um – sortiert die Information nach Wichtigkeit (niedrige Frequenz = wichtig, hohe Frequenz = Details).** ✅ - [ ] Sie verschlüsselt die Daten für sichere Übertragung. - [ ] Sie reduziert die Farbauflösung des Bildes. > **Feedback:** DCT = Herzstück von JPEG, aber selbst verlustfrei. Sie sortiert: Der DC-Koeffizient (0,0) = Durchschnittshelligkeit eines Blocks. Die AC-Koeffizienten = Helligkeitsänderungen. 90% der Information steckt in den ersten 10–15 Koeffizienten. --- ### L8 – Huffman-Coding: Prinzip **Thema:** JPEG – Huffman **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Wie funktioniert Huffman-Coding? - [ ] Alle Zeichen bekommen gleich lange Codes – einfach und effizient. - [x] **Häufige Werte bekommen kurze Codes, selten vorkommende lange Codes – variable Bitlänge statt fester 8 Bit.** ✅ - [ ] Huffman-Coding verschlüsselt die Daten zusätzlich. - [ ] Es funktioniert nur für Texte, nicht für Bilddaten. > **Feedback:** Huffman = verlustfrei, optimal für bekannte Häufigkeiten. Präfix-frei: Kein Code ist Anfang eines anderen → eindeutig decodierbar. Auch in ZIP, PNG, MP3 verwendet. --- ### L9 – JPEG-Artefakte: Benennen **Thema:** JPEG – Artefakte identifizieren **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem JPEG-Artefakt seine Beschreibung zu. | Artefakt | Beschreibung | |---|---| | Blocking | 8×8-Blöcke werden sichtbar als Rechteckmuster | | Ringing | „Geister" oder Halos an scharfen Kanten | | Posterization | Farbverläufe werden stufig statt fließend | > **Feedback:** Alle drei sind Folgen der Quantisierung. Blocking: Weil jeder 8×8-Block unabhängig komprimiert wird. Ringing: DCT hat Probleme mit harten Kanten (Gibbs-Phänomen). Posterization: Zu wenige Bits für feine Farbabstufungen. --- ## BLOCK M – Bildformate: PNG, GIF, WebP, SVG --- ### M1 – PNG: Verlustfrei oder verlustbehaftet? **Thema:** PNG – Grundeigenschaft **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Wie komprimiert PNG? - [ ] Verlustbehaftet – wie JPEG, aber mit besserer Qualität. - [x] **Verlustfrei – die Originaldaten können perfekt rekonstruiert werden.** ✅ - [ ] Gar nicht – PNG speichert Daten unkomprimiert. - [ ] PNG nutzt eine Kombination aus verlustfrei und verlustbehaftet. > **Feedback:** PNG nutzt DEFLATE-Kompression (wie ZIP) – verlustfrei. Deshalb ist PNG ideal für Grafiken, Screenshots und Bilder mit Transparenz, aber größer als JPEG für Fotos. --- ### M2 – PNG vs. JPEG: Wann was? **Thema:** Bildformate – Formatwahl **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erklären Sie, wann Sie PNG und wann JPEG wählen würden. Nenne je zwei konkrete Anwendungsfälle und begründen Sie Ihre Wahl. > **Musterlösung:** PNG: (1) Screenshots – Texte und Linien bleiben scharf, keine Artefakte. (2) Logos mit Transparenz – PNG unterstützt Alpha-Transparenz, JPEG nicht. JPEG: (1) Fotos fürs Web – deutlich kleiner bei kaum sichtbarem Qualitätsverlust. (2) Social Media – Plattformen re-komprimieren sowieso, PNG würde nur unnötig groß sein. --- ### M3 – GIF: Wie viele Farben? **Thema:** GIF – Eigenschaften **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Wie viele Farben kann ein GIF-Bild gleichzeitig anzeigen? - [ ] 16 Farben - [ ] 16,7 Millionen Farben - [x] **256 Farben (8-Bit-Palette)** ✅ - [ ] Unbegrenzt – GIF unterstützt alle Farben. > **Feedback:** GIF = 8-Bit-Palette = 256 Farben maximal. Deshalb sehen GIF-Bilder bei Fotos oft banding/posterisiert aus. GIF überlebt heute wegen Animationen. --- ### M4 – WebP vs. JPEG: Vorteil? **Thema:** Bildformate – WebP **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was ist der hauptsächliche Vorteil von WebP gegenüber JPEG? - [ ] WebP unterstützt Videos, JPEG nicht. - [x] **WebP erzeugt bei gleicher Qualität 25–35% kleinere Dateien als JPEG.** ✅ - [ ] WebP ist verlustfrei, JPEG nicht. - [ ] WebP kann keine Fotos speichern, nur Grafiken. > **Feedback:** WebP (Google, 2010) kann sowohl lossy als auch lossless komprimieren, unterstützt Transparenz und Animationen. Bei gleicher visueller Qualität sind WebP-Dateien deutlich kleiner als JPEG. --- ### M5 – SVG: Was ist es? **Thema:** SVG – Grundbegriff **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was ist SVG? - [ ] Ein verlustbehaftetes Rasterbild-Format wie JPEG. - [x] **Ein Vektorgrafik-Format, das Bilder als geometrische Beschreibungen (XML) speichert – beliebig skalierbar ohne Qualitätsverlust.** ✅ - [ ] Ein Video-Container wie MP4. - [ ] Ein komprimiertes Archivformat wie ZIP. > **Feedback:** SVG = Scalable Vector Graphics. Web-Standard für Vektorgrafiken. Beschreibt WAS gezeichnet werden soll (``, ``, ``), nicht wie jeder Pixel aussieht. Ideal für Logos, Icons, Illustrationen. --- ### M6 – Formatwahl: Szenario zuordnen **Thema:** Bildformate – Formatwahl Transfer **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Szenario das optimale Bildformat zu. | Szenario | Format | |---|---| | Ein Foto für eine Webseite (klein, OK-Qualität) | JPEG | | Ein Screenshot einer Benutzeroberfläche | PNG | | Ein Logo, das auf allen Bildschirmgrößen scharf sein muss | SVG | | Ein animiertes Reaktionsbild für einen Chat | GIF | > **Feedback:** JPEG = Fotos (klein, lossy OK). PNG = Screenshots, Grafiken mit Transparenz (verlustfrei). SVG = Logos, Icons (skalierbar). GIF = Animationen (256 Farben, aber Animations-Support). --- ## BLOCK N – Video-Kompression --- ### N1 – Spatial vs. Temporal Compression **Thema:** Video – Kompressionsprinzipien **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Prinzip seine Beschreibung zu. | Prinzip | Beschreibung | |---|---| | Spatial Compression (Intra-Frame) | Komprimiert jedes einzelne Bild für sich (wie JPEG) | | Temporal Compression (Inter-Frame) | Speichert nur die Änderungen zwischen aufeinanderfolgenden Bildern | | Motion Compensation | Beschreibt Bewegung durch Vektoren statt Pixel zu kopieren | > **Feedback:** Spatial = räumlich (innerhalb eines Frames). Temporal = zeitlich (zwischen Frames). Motion Compensation = Bewegungsvektoren. 90% eines Frames ist oft identisch mit dem vorherigen – deshalb ist Temporal-Kompression so wirksam. --- ### N2 – I-Frame, P-Frame, B-Frame: Was ist was? **Thema:** Video – Frame-Typen **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Frame-Typ seine Beschreibung zu. | Frame-Typ | Beschreibung | |---|---| | I-Frame (Keyframe) | Vollständiges Bild, unabhängig dekodierbar – keine Referenz auf andere Frames | | P-Frame | Nur Änderungen gegenüber vorherigen Frames speichern (~30% der Größe eines I-Frames) | | B-Frame | Änderungen gegenüber vorherigen UND zukünftigen Frames (~15% der Größe eines I-Frames) | > **Feedback:** I = Intra (innerhalb). P = Predicted (aus Vergangenheit). B = Bi-directional (Vergangenheit + Zukunft). B-Frames sind am kleinsten, aber brauchen mehr Rechenleistung zum Decodieren. --- ### N3 – Was passiert, wenn ein I-Frame beschädigt ist? **Thema:** Video – I-Frame Bedeutung Transfer **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre, warum ein I-Frame bei der Videokompression so wichtig ist. Was passiert, wenn ein einzelner I-Frame in einem Videostream beschädigt wird? > **Musterlösung:** Ein I-Frame ist ein vollständiges, unabhängig dekodierbare Bild. Alle nachfolgenden P- und B-Frames referenzieren auf vorherige Frames – letztlich auf das letzte I-Frame. Wenn ein I-Frame beschädigt wird, können alle abhängigen P- und B-Frames bis zum nächsten intakten I-Frame nicht mehr korrekt rekonstruiert werden → Videofehler sichtbar bis zum nächsten Keyframe. Deshalb werden typischerweise alle 1–2 Sekunden neue I-Frames eingefügt. --- ### N4 – Motion Compensation: Prinzip **Thema:** Video – Motion Compensation **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was beschreibt ein Motion Vector bei der Videokompression? - [ ] Die Helligkeit eines einzelnen Pixels. - [x] **Die Verschiebung eines Bildblocks zwischen zwei Frames (z. B. „verschiebe um +20 Pixel nach rechts").** ✅ - [ ] Die Kompressionsrate des gesamten Videos. - [ ] Die Anzahl der Farben in einem Frame. > **Feedback:** Motion Compensation speichert Bewegung als Vektoren statt Pixel zu kopieren. Wenn sich ein 16×16-Block von (100,200) auf (120,200) bewegt, wird nur „+20, 0" gespeichert – deutlich kleiner als den Block zweimal zu speichern. --- ### N5 – Video-Codecs: Zeitstrahl **Thema:** Video – Codecs-Übersicht **Punkte:** 2 **Typ:** `[ORDER]` Sortiere die Video-Codecs nach Veröffentlichungsjahr (alt → neu): 1. H.264 / AVC (2003) 2. H.265 / HEVC (2013) 3. VP9 (2013) 4. AV1 (2018) > **Feedback:** H.264 revolutionierte Streaming. H.265 und VP9 kamen gleichzeitig – H.265 technisch besser, aber Patent-Chaos. AV1 vereint die Industrie: patent-frei, 30% besser als H.265. --- ### N6 – AV1: Warum die Zukunft? **Thema:** Video – AV1 Transfer **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre, warum AV1 als „die Zukunft" der Videokompression gilt. Nenne mindestens zwei konkrete Eigenschaften und erkläre, warum H.265 trotz besserer technischer Kompression nicht die gleiche Dominanz erreicht hat. > **Musterlösung:** AV1 (2018) ist royalty-free und open source – die Alliance for Open Media vereint Google, Netflix, Amazon, Apple, Mozilla. Es liefert 30% bessere Kompression als H.265 und unterstützt 8K, HDR, hohe Frame-Rates. H.265 scheitert vor allem am Patent-Chaos: Drei konkurrierende Patent-Pools (MPEG-LA, HEVC Advance, Velos Media) erzeugen rechtliche Unsicherheit und unklare Kosten → viele Unternehmen bleiben bei H.264 oder wechseln direkt zu AV1. --- ## BLOCK O – Speichermedien & Schnittstellen --- ### O1 – KB vs. KiB: Was ist der Unterschied? **Thema:** Speicher – Einheiten **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Eine Festplatte wird als „1 TB" vermarktet, aber Windows zeigt nur ~931 GB an. Warum? - [ ] Windows zeigt falsche Werte an – das ist ein Bug. - [x] **Hersteller nutzen dezimale Einheiten (1 TB = 1.000 GB), Windows nutzt binäre Einheiten (1 TiB = 1.024 GiB). Bei TB-Größen entsteht eine ~7% Diskrepanz.** ✅ - [ ] Die Festplatte verliert beim Formatieren fast 10% ihrer Kapazität. - [ ] Windows reserviert automatisch 10% als Sicherheitspuffer. > **Feedback:** SI (Dezimal): 1 KB = 1.000 Bytes, 1 MB = 1.000 KB. IEC (Binär): 1 KiB = 1.024 Bytes, 1 MiB = 1.024 KiB. Bei 1 TB: 1.000⁴ vs. 1.024⁴ Bytes → ~7% Unterschied. Windows zeigt binäre Werte an, aber mit SI-Bezeichnung (GB statt GiB) → Verwirrung. --- ### O2 – HDD vs. SSD: Kern-Unterschied **Thema:** Speichermedien – HDD vs. SSD **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was ist der fundamentale technische Unterschied zwischen HDD und SSD? - [ ] HDDs sind elektronisch, SSDs mechanisch. - [x] **HDDs speichern Daten magnetisch auf sich drehenden Plattern (mechanisch). SSDs nutzen Flash-Speicher (elektronisch, keine beweglichen Teile).** ✅ - [ ] Beide Technologien funktionieren identisch, der Unterschied liegt nur im Gehäuse. - [ ] HDDs nutzen Flash-Speicher, SSDs magnetische Platten. > **Feedback:** HDD = Hard Disk Drive = mechanisch (Platter, Spindel, Schreib-Lese-Kopf). SSD = Solid State Drive = elektronisch (Flash-Speicher). Diese Unterschied bestimmt alles: Geschwindigkeit, Latenz, Geräusche, Haltbarkeit. --- ### O3 – HDD vs. SSD: Eigenschaften zuordnen **Thema:** Speichermedien – Vergleich **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jeder Eigenschaft zu: HDD oder SSD? | Eigenschaft | Typ | |---|---| | Sequentielle Lesgeschwindigkeit ~150 MB/s | HDD | | Sequentielle Lesgeschwindigkeit ~3.500 MB/s | SSD (NVMe) | | Latenz ~10 ms | HDD | | Latenz ~0,02 ms | SSD | | Günstig pro TB (~15€/TB) | HDD | | Ideal für Betriebssystem | SSD | > **Feedback:** Der dramatische Unterschied liegt bei Random Access: SSD ~500× schneller. Deshalb: Betriebssystem auf SSD, Archiv auf HDD. Viele nutzen beides: Kleine SSD für System + große HDD für Daten. --- ### O4 – USB-C: Stecker oder Protokoll? **Thema:** Schnittstellen – USB-C **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Ein USB-C-Kabel kann langsam sein, obwohl es wie ein „modernes" Kabel aussieht. Warum? - [ ] USB-C-Kabel sind immer gleich schnell – die Geschwindigkeit liegt am Gerät. - [x] **USB-C ist nur ein Steckertyp, kein Protokoll. Ein USB-C-Kabel kann USB 2.0 (480 Mbit/s) bis USB4 (40 Gbit/s) sein – am Stecker nicht erkennbar.** ✅ - [ ] USB-C-Kabel werden nach einem Jahr automatisch langsamer. - [ ] Die Geschwindigkeit hängt nur vom Betriebssystem ab. > **Feedback:** USB-C = Steckerform. Das Protokoll dahinter kann USB 2.0, 3.2 oder USB4 sein. Ein billiges USB-C-Kabel ist oft nur USB 2.0 mit neuem Stecker. Kabel-Spezifikation prüfen! --- ### O5 – Dateisysteme: Zuordnung **Thema:** Dateisysteme – Überblick **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Dateisystem seine ideale Anwendung zu. | Dateisystem | Ideal für | |---|---| | FAT32 | USB-Sticks, SD-Karten (maximale Kompatibilität) | | NTFS | Windows-Systeme (Journaling, Rechte) | | APFS | macOS, iOS (Snapshots, CoW) | | ext4 | Linux-Systeme (Journaling, stabil) | | exFAT | Große Dateien auf portablen Medien | > **Feedback:** FAT32 = kleinster gemeinsamer Nenner, aber max. 4 GB pro Datei. exFAT = FAT32 ohne Größenlimits. NTFS/APFS/ext4 = moderne Systeme mit Journaling. Journaling = bei Absturz werden Änderungen nicht verloren. --- ### O6 – FAT32: Warum nicht für große Dateien? **Thema:** Dateisysteme – FAT32 Limitation **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Sie versuchen, eine 5-GB-Videodatei auf einen FAT32-formatierten USB-Stick zu kopieren. Was passiert? - [ ] Die Datei wird automatisch aufgeteilt in kleinere Teile. - [x] **Der Vorgang fehlschlägt – FAT32 unterstützt keine einzelnen Dateien größer als 4 GB.** ✅ - [ ] Die Datei wird automatisch komprimiert, bis sie unter 4 GB ist. - [ ] FAT32 hat keine Dateigrößenbeschränkung. > **Feedback:** FAT32-Limit: max. 4 GB pro Datei. Ein 4K-Video oder ISO-Image passt oft nicht. Lösung: USB-Stick mit exFAT oder NTFS formatieren. --- ### O7 – Die 3-2-1-Regel **Thema:** Backup – Prinzip **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre die 3-2-1-Regel für Backups. Begründe, warum jede der drei Ziffern wichtig ist. > **Musterlösung:** 3 Kopien: Original + 2 Backups. Warum? Das Original kann kaputt gehen, das erste Backup auch – das zweite ist der Sicherheitspuffer. 2 verschiedene Medientypen (z. B. SSD + HDD, oder lokal + Cloud). Warum? Gleiche Medien haben gleiche Schwachstellen (z. B. Batch-Fehler bei HDDs derselben Charge). 1 Kopie an einem anderen Ort (Cloud, anderes Gebäude). Warum? Brand oder Wasserschaden zerstört alles vor Ort; Ransomware verschlüsselt alle angeschlossenen Laufwerke gleichzeitig. --- ### O8 – Backup-Arten: Unterschiede **Thema:** Backup – Typen **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Backup-Typ seine Beschreibung zu. | Backup-Typ | Beschreibung | |---|---| | Full (Vollständig) | Kompletter Datenbestand jedes Mal – einfach, aber langsam und platzhungrig | | Inkrementell | Nur Änderungen seit dem letzten Backup (egal welcher Art) – schnell, aber Wiederherstellung komplex | | Differenziell | Änderungen seit dem letzten Voll-Backup – Mittelweg zwischen beiden | > **Feedback:** Typisches Schema: Sonntag Full, Mo–Sa Inkrementell oder Differenziell. Inkrementell = schnellstes Backup, langsamste Wiederherstellung (Kette aufbauen). Full = langsamstes Backup, schnellste Wiederherstellung. --- ### O9 – Digitale Speichermedien: Kategorien **Thema:** Speichermedien – Übersicht **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedes Speichermedium seiner technischen Kategorie zu. | Medium | Kategorie | |---|---| | CD, DVD, Blu-ray | Optisch | | Festplatte (HDD), Magnetband (LTO) | Magnetisch | | SSD, USB-Stick, SD-Karte | Flash-Speicher | | Dropbox, AWS S3 | Cloud-Speicher | > **Feedback:** Optisch: Laser liest Pits/Lands. Magnetisch: magnetisierte Bereiche. Flash: Elektronen in Floating Gates. Cloud: physisch HDD/SSD/LTO in Rechenzentren – keine eigene Technologie, sondern Zugriffsmethode. --- ### O10 – Speichermedien: Wann welches? **Thema:** Speichermedien – Anwendungsfall **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Szenario das empfohlene Speichermedium zu. | Szenario | Empfohlenes Medium | |---|---| | Betriebssystem (schneller Zugriff) | NVMe SSD | | Videoarchiv (große Datenmengen, günstig) | HDD | | Langzeitarchiv (10+ Jahre) | LTO-Band, M-DISC | | Datenaustausch (portabel) | USB-Stick, SD-Karte | > **Feedback:** Die Wahl hängt vom Anwendungsfall ab: SSD = Geschwindigkeit, HDD = Kapazität/Preis, LTO/M-DISC = Langlebigkeit, USB/SD = Portabilität. --- ### O11 – Optische Speicher: CD, DVD, Blu-ray **Thema:** Speichermedien – Optisch **Punkte:** 2 **Typ:** `[ORDER]` Sortiere die optischen Speichermedien nach Kapazität (kleinste zuerst): 1. CD (~700 MB) 2. DVD (~4,7 GB) 3. Blu-ray (~25 GB) > **Feedback:** Alle drei nutzen Laser zum Lesen von Pits (Vertiefungen) und Lands (Erhöhungen). Die Kapazität steigt durch kürzere Wellenlängen: CD = Infrarot, DVD = Rot, Blu-ray = Blau (daher der Name). --- ### O12 – Cloud-Speicher: Was ist das eigentlich? **Thema:** Speichermedien – Cloud **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was ist „Cloud-Speicher" technisch gesehen? - [ ] Eine neue Speichertechnologie, die Daten in Funkwellen speichert. - [ ] Virtuelle Speicher ohne jegliche physische Hardware-Komponenten. - [x] **HDDs/SSDs in Rechenzentren – „Cloud" beschreibt den Internet-Zugriff.** ✅ - [ ] Lokale Festplatten, die automatisch mit dem Himmel synchronisieren. > **Feedback:** „Cloud" ist Marketing für „fremder Computer". Dropbox, Google Drive, iCloud – alle speichern physisch auf Servern in Rechenzentren. Vorteil: Zugriff von überall. Nachteil: Abhängigkeit von Internet und Anbieter. --- ### O13 – Magnetband (LTO): Warum noch heute? **Thema:** Speichermedien – Magnetband **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Warum verwenden große Unternehmen noch heute Magnetbänder (LTO)? - [ ] Magnetbänder sind schneller als SSDs beim wahlfreien Zugriff. - [ ] Magnetbänder werden nur aus nostalgischen Gründen eingesetzt. - [ ] Magnetbänder sind die einzige Technologie für Videospeicherung. - [x] **Extrem günstig pro TB, langlebig, ideal für selten abgerufene Daten.** ✅ > **Feedback:** LTO = Linear Tape-Open. Aktuell LTO-9: 18 TB pro Band, ~2€/TB. Nachteil: sequentieller Zugriff (kein Random Access). Perfekt für Archivierung, wo Daten selten gelesen werden. Google, Facebook, Banken – alle nutzen LTO.