--- marp: true theme: gaia paginate: true backgroundColor: #fff header: "" footer: "" title: "Fragenkatalog – Dateiformate (223015b)" --- # Klausurfragen – 223015b **Dateiformate, Schnittstellen, Speichermedien · HdM Stuttgart · M. Czechowski** Stand: 01.02.2026 --- > **Legende – Moodle XML-Typen:** > `[MC]` = `multichoice` (einzelne Auswahl) > `[MM]` = `multichoice` + `false` (Mehrfachauswahl) > `[MATCH]` = `matching` (Zuordnung) > `[ORDER]` = `ordering` (Reihenfolge) > `[ESSAY]` = `essay` (Freitext, manuell bewertet) > `[SHORTANS]` = `shortanswer` (Stichwort/Satz, automatisch geprüft) > `[NUMERIC]` = `numerical` (Zahlenwert ± Toleranz) > `[CLOZE]` = `cloze` (Lückentext, gemischt)` --- ## BLOCK J – Dateiformate: Grundbegriffe --- ### J1 – Was bedeutet „komprimieren"? **Thema:** Grundbegriffe – Kompression **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was bedeutet es, eine Datei zu komprimieren? - [ ] Die Datei wird auf einem anderen Speichermedium gesichert. - [x] **Die Dateigröße wird durch Entfernung oder Vereinfachung von Daten reduziert.** ✅ - [ ] Die Datei wird verschlüsselt, damit sie kleiner aussieht. - [ ] Die Datei wird in ein anderen Format umgewandelt, ohne dass sich die Größe ändert. > **Feedback:** Kompression = Dateigröße reduzieren. Zwei Familien: verlustfrei (alle Daten bleiben erhalten, z. B. ZIP, PNG) und verlustbehaftet (Daten werden dauerhaft weggeworfen, z. B. JPEG, MP3). --- ### J2 – Verlustfrei vs. verlustbehaftet **Thema:** Grundbegriffe – Kompressionsprimitiven **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Format zu, ob es verlustfrei oder verlustbehaftet komprimiert. | Format | Kompressions-Typ | |---|---| | JPEG | Verlustbehaftet | | PNG | Verlustfrei | | MP3 | Verlustbehaftet | | ZIP | Verlustfrei | | FLAC | Verlustfrei | | WebP (lossy) | Verlustbehaftet | > **Feedback:** Verlustfrei = Originaldaten perfekt rekonstruierbar (ZIP, PNG, FLAC). Verlustbehaftet = Daten dauerhaft weggeworfen, nicht mehr zurückholbar (JPEG, MP3). --- ### J3 – Verlustfrei vs. verlustbehaftet: Erkläre **Thema:** Grundbegriffe – Konzept **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre den Unterschied zwischen verlustfreier und verlustbehafteter Kompression. Nenne je ein konkretes Beispiel und erkläre, warum man in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Kompressionstypen wählt. > **Musterlösung:** Verlustfrei: Alle Originaldaten bleiben erhalten – die Datei kann perfekt rekonstruiert werden (z. B. ZIP, PNG). Verlustbehaftet: Daten werden dauerhaft weggeworfen – die Datei kann nicht mehr perfekt hergestellt werden (z. B. JPEG, MP3). Wahl: Fotos fürs Web → JPEG (verlustbehaftet), weil der Unterschied kaum sichtbar ist und die Datei deutlich kleiner wird. Archivierung oder Grafiken → PNG (verlustfrei), weil Qualitätsverlust inakzeptabel wäre. --- ### J4 – Was bedeutet „skalieren"? **Thema:** Grundbegriffe – Skalierung **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was passiert, wenn ein Rasterbild vergrößert wird? - [ ] Neue Pixel werden aus dem Dateiformat automatisch geladen. - [x] **Fehlende Pixel müssen durch Interpolation „erfunden" werden – es entsteht keine neue Information.** ✅ - [ ] Das Bild wird verlustfrei größer, weil Pixel automatisch duplifiziert werden. - [ ] Die Dateigröße bleibt gleich, nur der Zoom im Betrachter ändert sich. > **Feedback:** Ein Rasterbild hat eine native Auflösung. Alles darüber hinaus = Schätzung (Interpolation). Deshalb werden vergrößerte Rasterbilder unscharf – es gibt einfach keine Daten für die fehlenden Pixel. --- ### J5 – Was bedeutet „konvertieren"? **Thema:** Grundbegriffe – Konvertierung **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was bedeutet es, eine Datei zu konvertieren? - [ ] Die Datei wird komprimiert und umbenannt. - [x] **Die Daten werden von einem Format in ein anderes umgewandelt (z. B. JPEG → PNG, MP4 → WebM).** ✅ - [ ] Die Datei wird verschlüsselt und in ein neues Format gepackt. - [ ] Die Dateiendung wird umbenannt, ohne dass sich der Inhalt ändert. > **Feedback:** Konvertierung = Format-Umwandlung. Der Inhalt bleibt inhaltlich gleich, aber die Art der Speicherung (Kompression, Struktur) ändert sich. Wichtig: Eine Dateiendung umzubenennen ist KEINE Konvertierung. --- ### J6 – Was bedeutet „codieren" und „decodieren"? **Thema:** Grundbegriffe – Codec-Konzept **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre, was „codieren" und „decodieren" bedeuten. Erkläre anschließend, warum der Begriff „Codec" aus beiden Wörtern zusammengesetzt ist, und nenne ein konkretes Beispiel. > **Musterlösung:** Codieren = Daten in ein bestimmtes Format umwandeln (z. B. Rohvideodaten → H.264-komprimiertes Video). Decodieren = das Gegenteil: komprimierte Daten wieder in abspielbare Form zurückwandeln (z. B. H.264 → Pixeldaten für den Bildschirm). Codec = Co(der) + Dec(oder) – ein Algorithmus, der beides kann. Beispiel: H.264 ist ein Video-Codec: Der Encoder erzeugt die komprimierte Datei, der Decoder im Player spielt sie wieder ab. --- ### J7 – Codec vs. Container **Thema:** Grundbegriffe – Codec/Container-Unterschied **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Was ist der Unterschied zwischen einem Container und einem Codec bei Videodateien? - [ ] Container und Codec sind synonyme Begriffe für das gleiche Konzept. - [x] **Der Container (z. B. MP4) ist die „Verpackung", die verschiedene Streams zusammenpackt. Der Codec (z. B. H.264) bestimmt, wie der Video-Stream komprimiert wird.** ✅ - [ ] Der Codec ist die Dateiendung, der Container der Kompressionsalgorithmus. - [ ] Ein Container enthält immer genau einen Codec – es kann keine Kombination geben. > **Feedback:** Container ≠ Codec. Ein MP4-Container kann H.264, H.265 oder AV1 enthalten. Gleiche Endung `.mp4`, unterschiedlicher Inhalt. Der Container packt zusammen (Video, Audio, Untertitel, Metadaten), der Codec komprimiert. --- ### J8 – Codec vs. Container: Zuordnung **Thema:** Grundbegriffe – Codec/Container-Zuordnung **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne zu: Container oder Codec? | Name | Typ | |---|---| | MP4 | Container | | H.264 | Codec | | WebM | Container | | AV1 | Codec | > **Feedback:** Container = Dateiformat, das Streams zusammenpackt (MP4, MKV, WebM). Codec = Kompressionsalgorithmus für einen bestimmten Stream (H.264, AV1, AAC). --- ### J9 – Redundanz vs. Irrelevanz **Thema:** Grundbegriffe – Kompressionsprinzipien **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Verlustfreie und verlustbehaftete Kompression arbeiten nach unterschiedlichen Prinzipien. Ordne zu. | Prinzip | Kompressionstyp | |---|---| | Redundanz entfernen (wiederholende Muster kompakter darstellen) | Verlustfrei | | Irrelevanz entfernen (für Menschen nicht wahrnehmbar) | Verlustbehaftet | > **Feedback:** Der Kernunterschied: Verlustfrei arbeitet mit Redundanz – Wiederholungen werden kompakter gespeichert, aber nichts geht verloren. Verlustbehaftet arbeitet mit Irrelevanz – Daten werden weggeworfen, die Menschen sowieso nicht wahrnehmen können (Psychovisuell bei Bildern, Psychoakustisch bei Audio). --- ### J10 – Dateneinheiten: Größenordnungen **Thema:** Grundbegriffe – Speichereinheiten **Punkte:** 2 **Typ:** `[ORDER]` Sortiere die Dateneinheiten von kleinster zu größter: 1. Byte 2. Kilobyte (KB) 3. Megabyte (MB) 4. Gigabyte (GB) 5. Terabyte (TB) 6. Petabyte (PB) > **Feedback:** Jede Stufe = Faktor 1.000 (SI-Präfixe). Merkhilfe: „Komm Mit Großem Tee, Peter". Ein einzelnes Foto (12 MP, unkomprimiert) ≈ 36 MB. Ein FullHD-Kinofilm ≈ 1 GB. Ein 4K-Film pro Minute unkomprimiert ≈ 44 GB. --- ### J11 – Bit und Byte: Umrechnung **Thema:** Grundbegriffe – Bit/Byte-Verhältnis **Punkte:** 1 **Typ:** `[NUMERIC]` Ein Bit ist die kleinste Informationseinheit. Ein Byte besteht aus wie vielen Bit? **Lösung:** **8** (±0) > **Feedback:** 1 Byte = 8 Bit. Ein Byte kann einen Wert von 0 bis 255 darstellen (2⁸ − 1). Die Unterscheidung Bit/Byte ist fundamental – Bit wird mit kleinem „b" abgekürzt (b), Byte mit großem „B" (B). Deshalb: 1 Mbit/s ≠ 1 MB/s. --- ### J12 – 7-Bit ASCII: Wie viele Zeichen? **Thema:** Grundbegriffe – ASCII-Zeichenkodierung **Punkte:** 1 **Typ:** `[NUMERIC]` Der ASCII-Standard verwendet 7 Bit pro Zeichen. Wie viele verschiedene Zeichen können damit dargestellt werden? **Lösung:** **128** (±0) > **Feedback:** Bei n Bit gibt es 2ⁿ mögliche Werte. 7 Bit → 2⁷ = 128 Zeichen. Diese umfassen: Ziffern (0–9), Buchstaben (A–Z, a–z), Sonderzeichen und Steuerzeichen. Achtung: Umlaute (ä, ö, ü) sind nicht im ASCII-Sortiment – dafür braucht man z. B. UTF-8. --- ### J13 – Hexadezimalzahlen: Zwei 4-Bit-Werte **Thema:** Grundbegriffe – Hexadezimal **Punkte:** 2 **Typ:** `[NUMERIC]` Zwei Hexadezimalzahlen werden jeweils durch 4 Bit dargestellt. Wie viele verschiedene Werte kann eine einzelne Hexadezimalziffer annehmen? **Lösung:** **16** (±0) > **Feedback:** 4 Bit → 2⁴ = 16 Werte (0–15). Diese werden in Hexadezimal als 0–9 und A–F dargestellt. Zwei Hex-Ziffern zusammen = 8 Bit = 1 Byte → ein Byte lässt sich immer als genau zwei Hex-Ziffern schreiben (z. B. Byte 255 = FF, Byte 10 = 0A). --- ### J14 – Ein Pixel, drei Kanäle, 8 Bit **Thema:** Grundbegriffe – Speicherbedarf eines Pixels **Punkte:** 1 **Typ:** `[NUMERIC]` Ein einzelner Pixel wird durch drei Farbkanäle (R, G, B) mit jeweils 8 Bit Farbtiefe gespeichert. Wie viele Byte Informationen enthalten ein solcher Pixel? **Lösung:** **3** (±0) > **Feedback:** 3 Kanäle × 8 Bit = 24 Bit = 3 Byte pro Pixel. Das entspricht einer 24-Bit-Farbtiefe (True Color). Diese 3 Byte pro Pixel bilden die Basis für jede Speicherberechnung von Rasterbildern: Breite × Höhe × 3 Bytes = Gesamtgröße unkomprimiert. --- ### J15 – Analoge Medien: Übersicht **Thema:** Medientypen – Analog **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Medientyp ein typisches analoges Format zu. | Medientyp | Analoges Format | |---|---| | Text | Buch, Zeitung, Lochkarte | | Bild | Fotografie (Negativ, Dia), Mikrofilm | | Audio | Schallplatte (Vinyl), Tonband, Musikkassette | | Video | Film (35mm, Super 8), VHS, Betamax | > **Feedback:** Analoge Medien speichern Information als kontinuierliche physikalische Größe – Rillentiefe, Magnetfeldstärke, Silberkorn-Dichte. Distribution erfolgt physisch: Kauf, Verleih, Kopie. --- ### J16 – Generationsverlust: Das Problem analoger Kopien **Thema:** Analog vs. Digital – Kopierqualität **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was passiert, wenn eine VHS-Kassette auf eine andere VHS-Kassette kopiert wird? - [ ] Die Kopie ist bit-identisch mit dem Original – kein Unterschied erkennbar. - [x] **Jede Kopie verschlechtert die Qualität – Rauschen nimmt zu, Schärfe ab.** ✅ - [ ] Die Kopie wird besser, weil das Kopiergerät Rauschen herausfiltert. - [ ] Die Qualität bleibt exakt gleich, nur das Medium wechselt. > **Feedback:** Generationsverlust ist ein fundamentales Problem analoger Medien: Jede Kopie addiert neues Rauschen. Bei der 3. Generation ist das Material oft unbrauchbar. Digital: Kopie = Original (bit-identisch). --- ### J17 – Digitale Medien: Formate zuordnen **Thema:** Medientypen – Digital **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Medientyp typische digitale Formate zu. | Medientyp | Digitale Formate | |---|---| | Text | PDF, EPUB, TXT, DOCX | | Bild | JPEG, PNG, RAW, WebP, GIF | | Audio | MP3, FLAC, WAV, AAC, OGG | | Video | MP4, MKV, AVI, WebM | > **Feedback:** Digitale Medien werden über Datenträger (CD, USB), Download, Streaming oder P2P verteilt. Der entscheidende Vorteil: bit-identische Kopien ohne Qualitätsverlust. --- ### J18 – Analog vs. Digital: Der Hauptunterschied **Thema:** Analog vs. Digital – Konzept **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Was ist der fundamentale Unterschied zwischen analoger und digitaler Speicherung? - [ ] Analog speichert in diskreten Stufen, digital als kontinuierliches Signal. - [ ] Analog nutzt Elektrizität, digital nutzt Magnetismus zur Speicherung. - [x] **Analog speichert kontinuierlich (z.B. Rillentiefe), digital in diskreten Bits.** ✅ - [ ] Analog ist für Audio, digital ist ausschließlich für Text geeignet. > **Feedback:** Analog = kontinuierlich (Rillentiefe, Magnetfeldstärke). Digital = diskret (0 und 1). Die Quantisierung ist der „Preis" der Digitalisierung, aber danach bleibt die Information exakt – perfekte Kopien möglich. --- ### J19 – Analoge Distribution: Wie kam Musik zum Käufer? **Thema:** Distribution – Analog **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Wie wurden analoge Medien typischerweise verbreitet? - [ ] Per Download aus dem Internet auf den heimischen Computer. - [ ] Über Streaming-Dienste wie Spotify oder Apple Music. - [x] **Physisch: Kauf im Laden, Verleih, Kopie auf Kassette.** ✅ - [ ] Über dezentrale Peer-to-Peer-Netzwerke zwischen Nutzern. > **Feedback:** Analoge Distribution war immer physisch gebunden: Man musste das Medium besitzen oder ausleihen. Kopieren war möglich (Kassette), aber mit Qualitätsverlust verbunden. --- ### J20 – Digitale Distribution: Die vier Wege **Thema:** Distribution – Digital **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jeder Distributionsform ein Beispiel zu. | Distributionsform | Beispiel | |---|---| | Datenträger | CD, DVD, USB-Stick | | Download | iTunes Store, Steam, Bandcamp | | Streaming | Netflix, Spotify, YouTube | | Peer-to-Peer (P2P) | BitTorrent, eDonkey | > **Feedback:** Digital ermöglicht vier Distributionswege: physische Datenträger (wie analog, aber ohne Generationsverlust), Download (Besitz einer Kopie), Streaming (Zugriff ohne Besitz), P2P (dezentrale Verteilung zwischen Nutzern). --- ### J21 – Streaming vs. Download: Was ist der Unterschied? **Thema:** Distribution – Streaming **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was unterscheidet Streaming von einem Download? - [ ] Streaming speichert die Datei dauerhaft, Download nur temporär. - [ ] Streaming ist immer kostenlos, Download immer kostenpflichtig. - [x] **Streaming überträgt während des Abspielens, ohne dauerhafte Kopie.** ✅ - [ ] Streaming funktioniert offline, Download braucht ständig Internet. > **Feedback:** Streaming = „Wasserhahn" (Daten fließen, solange man zuschaut/hört). Download = „Flasche füllen" (Datei bleibt). Streaming braucht ständige Internetverbindung; Downloads funktionieren offline. --- ### J22 – Analog vs. Digital: Vor- und Nachteile **Thema:** Analog vs. Digital – Vergleich **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jede Eigenschaft zu: Vorteil von Analog oder Vorteil von Digital? | Eigenschaft | Vorteil von | |---|---| | Kein Abspielgerät nötig (Buch lesen) | Analog | | Bit-identische Kopien ohne Qualitätsverlust | Digital | | Unabhängig von Strom und Internet | Analog | | Einfache Durchsuchbarkeit (Strg+F) | Digital | | Haptisches Erlebnis | Analog | | Fehlerkorrektur möglich (ECC, RAID) | Digital | > **Feedback:** Analog: physisch, unabhängig, haptisch – aber Verschleiß und Generationsverlust. Digital: perfekte Kopien, durchsuchbar, korrigierbar – aber abhängig von Technik und Formaten. --- ### J23 – Distribution vergleichen: Download, Streaming, P2P **Thema:** Distribution – Vergleich **Punkte:** 3 **Typ:** `[ESSAY]` Erklären Sie die drei digitalen Distributionswege **Download**, **Streaming** und **Peer-to-Peer (P2P)**. Beschreiben Sie für jeden Weg: (1) wie die Daten zum Nutzer gelangen, (2) ob der Nutzer eine dauerhafte Kopie erhält, und (3) nennen Sie je ein Beispiel. > **Musterlösung:** **Download:** Datei wird vollständig vom Server heruntergeladen und lokal gespeichert. Nutzer erhält dauerhafte Kopie. Beispiel: iTunes Store, Steam. **Streaming:** Daten werden während des Abspielens übertragen, keine dauerhafte lokale Kopie. Beispiel: Netflix, Spotify. **P2P:** Nutzer laden Teile der Datei gleichzeitig von vielen anderen Nutzern herunter (dezentral). Dauerhafte Kopie möglich. Beispiel: BitTorrent. --- ### J24 – Analog vs. Digital: Kopieren und Archivieren **Thema:** Analog vs. Digital – Transfer **Punkte:** 3 **Typ:** `[ESSAY]` Vergleichen Sie **analoge** und **digitale** Medien hinsichtlich (1) Kopierqualität, (2) Langzeitarchivierung und (3) Abhängigkeit von Technik. Nennen Sie je einen konkreten Vor- und Nachteil. > **Musterlösung:** **Kopierqualität:** Analog: Jede Kopie verschlechtert sich (Generationsverlust). Digital: Bit-identische Kopien ohne Qualitätsverlust. **Langzeitarchivierung:** Analog: Physischer Verschleiß, aber lesbar ohne spezielle Software (Buch). Digital: Bits altern nicht, aber Formate können obsolet werden (DOCX in 50 Jahren?). **Technikabhängigkeit:** Analog: Buch braucht keinen Strom. Digital: Abhängig von funktionierender Hard- und Software. Vorteil Analog: Unabhängigkeit. Nachteil Analog: Generationsverlust. Vorteil Digital: Perfekte Kopien. Nachteil Digital: Formatobsoleszenz. --- ### J25 – Redundanz vs. Irrelevanz erklären **Thema:** Kompression – Prinzipien **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Verlustfreie und verlustbehaftete Kompression nutzen unterschiedliche Prinzipien. Erklären Sie: (1) Was bedeutet **Redundanz entfernen**? (2) Was bedeutet **Irrelevanz entfernen**? (3) Welches Prinzip nutzt welcher Kompressionstyp? > **Musterlösung:** **(1) Redundanz:** Wiederholende Muster kompakter darstellen – z.B. "AAAAAAA" → "7×A". Die originalen Daten können perfekt rekonstruiert werden. **(2) Irrelevanz:** Daten wegwerfen, die Menschen nicht wahrnehmen – z.B. unhörbare Frequenzen in Audio, unsichtbare Farbunterschiede in Bildern. Nicht umkehrbar. **(3) Zuordnung:** Verlustfrei = Redundanz (ZIP, PNG, FLAC). Verlustbehaftet = Irrelevanz (JPEG, MP3). --- ## BLOCK K – Bildformate & Raster vs. Vektor --- ### K1 – Was ist ein Pixel? **Thema:** Digitale Bilder – Grundbegriffe **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was ist ein Pixel in einem digitalen Bild? - [ ] Ein winziges physisches Kameraobjektiv. - [x] **Ein einzelner Farbpunkt in einem Rasterbild – der kleinste Baustein.** ✅ - [ ] Eine Einheit zur Messung der Dateigröße. - [ ] Ein Synonym für eine Farbe im RGB-Farbraum. > **Feedback:** Pixel = Picture Element. Ein digitales Rasterbild ist ein 2D-Array aus Pixeln, jeder mit einem Farbwert (z. B. RGB). --- ### K2 – Speicherbedarf berechnen **Thema:** Rastergrafiken – Berechnung **Punkte:** 2 **Typ:** `[NUMERIC]` Ein Bild ist 1920 × 1080 Pixel groß und nutzt 24-Bit-Farbtiefe (True Color). Wie groß ist das Bild unkomprimiert in Megabyte? (Runde auf eine Dezimalstelle) **Formel:** Breite × Höhe × (Farbtiefe / 8) = Bytes **Lösung:** 1920 × 1080 × 3 = 6.220.800 Bytes ≈ **6,2 MB** (±0,1) > **Feedback:** 24 Bit = 3 Bytes pro Pixel (8 Bit pro Kanal: R, G, B). 1920 × 1080 = 2.073.600 Pixel × 3 Bytes = 6.220.800 Bytes. Durch 1.000.000 ≈ 6,2 MB. --- ### K3 – Farbtiefe: Bedeutung **Thema:** Rastergrafiken – Farbtiefe **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jeder Farbtiefe ihre Bedeutung zu. | Farbtiefe | Bedeutung | |---|---| | 1 Bit | 2 Farben (Schwarz/Weiß) | | 8 Bit | 256 Farben (Graustufen, GIF) | | 24 Bit | 16,7 Millionen Farben (True Color, Standard) | | 32 Bit | 16,7 Millionen Farben + Alpha (Transparenz) | > **Feedback:** Bei n Bit gibt es 2ⁿ mögliche Werte. 24 Bit = 8 Bit pro Kanal (R, G, B). 32 Bit = 24 Bit Farbe + 8 Bit Alpha-Kanal für Transparenz. --- ### K4 – Was ist Alpha-Transparenz? **Thema:** Rastergrafiken – Transparenz **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was bedeutet ein 32-Bit-Bild gegenüber einem 24-Bit-Bild? - [ ] Es hat doppelt so viele Pixel. - [x] **Es hat einen zusätzlichen Alpha-Kanal (8 Bit), der die Transparenz jedes Pixels speichert.** ✅ - [ ] Es nutzt eine höhere Auflösung. - [ ] Es kann mehr Dateiformate speichern. > **Feedback:** 32 Bit = 24 Bit (RGB) + 8 Bit Alpha. Der Alpha-Kanal bestimmt, wie durchsichtig jeder Pixel ist (0 = vollständig transparent, 255 = vollständig undurchsichtig). Wichtig für PNGs mit Hintergrund-Transparenz. --- ### K5 – Raster vs. Vektor: Kern-Unterschied **Thema:** Raster vs. Vektor – Konzept **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Was ist der fundamentale Unterschied zwischen Raster- und Vektorgrafiken? - [ ] Vektorgrafiken sind immer farbiger als Rastergrafiken. - [x] **Rastergrafiken speichern einzelne Pixel; Vektorgrafiken speichern geometrische Beschreibungen (Pfade, Formen), die beliebig skaliert werden können.** ✅ - [ ] Rastergrafiken können keine Farben darstellen, Vektorgrafiken schon. - [ ] Der Unterschied liegt nur in der Dateiendung, nicht im Inhalt. > **Feedback:** Raster = „Malen nach Zahlen" (jeder Pixel einzeln). Vektor = „Bauanleitung" (Formen beschreiben). Diese Unterschied bestimmt alles: Skalierung, Dateigröße, Einsatzbereich. --- ### K6 – Raster vs. Vektor: Vergleich **Thema:** Raster vs. Vektor – Eigenschaften zuordnen **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jeder Eigenschaft zu: Raster oder Vektor? | Eigenschaft | Typ | |---|---| | Skalierung ohne Qualitätsverlust | Vektor | | Ideal für Fotos | Raster | | Dateigröße abhängig von der Auflösung | Raster | | Ideal für Logos und Icons | Vektor | | Speicherung als 2D-Array von Pixeln | Raster | | Dateigröße abhängig von der Komplexität | Vektor | > **Feedback:** Raster = Pixel-basiert, auflösungsabhängig, ideal für Fotos. Vektor = Beschreibungs-basiert, beliebig skalierbar, ideal für Grafiken/Logos. --- ### K7 – Skalierung: Warum werden Rasterbilder unscharf? **Thema:** Rastergrafiken – Skalierung Transfer **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erkläre, warum ein Rasterbild beim Vergrößern unscharf wird, während ein Vektorbild bei beliebiger Größe scharf bleibt. Nenne einen konkreten Anwendungsfall, in dem diese Eigenschaft ausschlaggebend ist. > **Musterlösung:** Ein Rasterbild hat eine feste Auflösung (eine bestimmte Anzahl von Pixeln). Beim Vergrößern müssen neue Pixel „erfunden" werden (Interpolation) – es gibt keine echten Daten für die fehlenden Stellen → Unschärfe. Ein Vektorbild speichert nur Beschreibungen (Pfade, Formen). Beim Vergrößern werden einfach die Koordinaten skaliert – keine Information geht verloren → immer scharf. Anwendungsfall: Ein Logo auf einer Visitenkarte UND auf einem Plakat → SVG nutzen, damit es bei beliebiger Größe scharf bleibt. --- ### K8 – Vektor → Raster: Wie heißt das? **Thema:** Raster vs. Vektor – Konvertierung **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Wie heißt der Prozess, bei dem eine Vektorgrafik in eine Rastergrafik umgewandelt wird? - [ ] Vektorisierung - [x] **Rasterisierung** ✅ - [ ] Pixelierung - [ ] Komprimierung > **Feedback:** Rasterisierung = Vektor → Raster (trivial, immer möglich). Der umgekehrte Prozess (Raster → Vektor) heißt „Tracing" und funktioniert oft nur unbefriedigend. --- ### K9 – Interpolation: Welches Verfahren wofür? **Thema:** Rastergrafiken – Interpolationsverfahren **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Interpolationsverfahren seine Eigenschaft zu. | Verfahren | Eigenschaft | |---|---| | Nearest Neighbor | Schnell, pixelig – gut für Pixel-Art | | Bilinear | Glättet, Standard-Verfahren | | Bicubic | Hohe Qualität, rechenintensiver | | Lanczos | Beste Qualität, mathematisch komplex | > **Feedback:** Bei der Wahl: Pixel-Art → Nearest Neighbor (soll pixelig bleiben). Normale Bilder → Bilinear oder Bicubic. Maximale Qualität bei Fotos → Lanczos. --- ### K10 – Bildtypen vergleichen: Foto, Screenshot, Logo **Thema:** Bildformate – Anwendungsfälle **Punkte:** 3 **Typ:** `[ESSAY]` Sie haben drei Bilder: ein **Foto**, einen **Screenshot** und ein **Logo**. Erklären Sie für jedes Bild, welches Format (JPEG, PNG oder SVG) Sie wählen würden und warum. Begründen Sie Ihre Wahl mit den technischen Eigenschaften des Formats. > **Musterlösung:** **Foto → JPEG:** Verlustbehaftete Kompression ist akzeptabel, da kleine Artefakte bei natürlichen Bildern kaum auffallen. Dateigröße deutlich kleiner als PNG. **Screenshot → PNG:** Verlustfreie Kompression erhält scharfe Texte und Linien. JPEG würde sichtbare Artefakte an Kanten erzeugen. **Logo → SVG:** Vektorgrafik ist beliebig skalierbar ohne Qualitätsverlust – ein Logo muss auf Visitenkarte und Plakatwand gleich scharf sein. Dateigröße bei einfachen Formen minimal. --- ### K11 – Farbtiefe erklären: 1-Bit, 8-Bit, 24-Bit, 32-Bit **Thema:** Rastergrafiken – Farbtiefe **Punkte:** 3 **Typ:** `[ESSAY]` Erklären Sie die Farbtiefen **1-Bit**, **8-Bit**, **24-Bit** und **32-Bit**. Beschreiben Sie für jede: (1) wie viele Farben dargestellt werden können, (2) einen typischen Anwendungsfall. > **Musterlösung:** **1-Bit:** 2¹ = 2 Farben (Schwarz/Weiß). Anwendung: Strichzeichnungen, Fax, QR-Codes. **8-Bit:** 2⁸ = 256 Farben. Anwendung: GIF-Bilder, Graustufen, Paletten-Bilder. **24-Bit:** 2²⁴ = 16,7 Millionen Farben (8 Bit pro Kanal: R, G, B). Anwendung: Standard für Fotos und Webgrafiken ("True Color"). **32-Bit:** 24 Bit Farbe + 8 Bit Alpha-Kanal (Transparenz). Anwendung: PNG mit Transparenz, Compositing in Grafikprogrammen. --- ### K12 – Rasterisierung vs. Vektorisierung **Thema:** Raster vs. Vektor – Konvertierung **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erklären Sie die beiden Konvertierungsprozesse **Rasterisierung** und **Vektorisierung** (Tracing). Beschreiben Sie: (1) die Richtung der Umwandlung, (2) ob Qualitätsverlust entsteht, (3) warum einer der Prozesse problematischer ist. > **Musterlösung:** **Rasterisierung (Vektor → Raster):** Trivial und verlustfrei bei gewählter Auflösung. Aus mathematischen Beschreibungen werden Pixel berechnet. Funktioniert immer perfekt. **Vektorisierung (Raster → Vektor):** Problematisch. Software muss Kanten "erraten" und als Pfade nachzeichnen. Funktioniert gut bei einfachen Grafiken (Logos), schlecht bei Fotos. Immer mit Qualitätsverlust/Interpretation verbunden. --- ## BLOCK L – JPEG: Innenleben --- ### L1 – JPEG: Verlustfrei oder verlustbehaftet? **Thema:** JPEG – Grundeigenschaft **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` JPEG ist ein … - [x] **…verlustbehaftetes Bildformat. Beim Speichern werden Daten dauerhaft weggeworfen.** ✅ - [ ] …verlustfreies Bildformat wie PNG. - [ ] …Videoformat für Streaming. - [ ] …Vektorgrafik-Format. > **Feedback:** JPEG = Joint Photographic Experts Group. Verlustbehaftet: Beim Speichern werden Daten dauerhaft weggeworfen – eine gespeicherte JPEG kann nicht perfekt zum Original zurückgeführt werden. Quality 100 ≠ verlustfrei, nur „wenig wegwerfen". --- ### L2 – Psychovisuelle Kompression: Das Auge austricksen **Thema:** JPEG – Wahrnehmungsprinzip **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Wie nutzt JPEG die Schwächen des menschlichen Auges aus? - [ ] Das Auge kann keine Farben wahrnehmen – daher werden Farben komplett entfernt. - [x] **Das Auge sieht Helligkeit besser als Farbe. JPEG behält die Helligkeit (Y) nahezu vollständig, reduziert aber die Farbauflösung (Cb, Cr) – der Verlust wird kaum wahrgenommen.** ✅ - [ ] Das Auge kann keine Details sehen – daher werden alle Details entfernt. - [ ] JPEG nutzt keine Wahrnehmungsforschung, komprimiert rein mathematisch. > **Feedback:** Psychovisuelle Kompression = Schwächen des Auges ausnutzen. Kern: Mehr Stäbchen (Helligkeit) als Zapfen (Farbe) im Auge → Helligkeit sichern, Farbe reduzieren. Der Verlust ist für Menschen kaum sichtbar. --- ### L3 – Farbraumkonversion: RGB → YCbCr **Thema:** JPEG Schritt 1 – Farbraum **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Warum wird bei JPEG von RGB in YCbCr konvertiert? - [ ] YCbCr nutzt weniger Speicher pro Pixel als RGB. - [x] **In YCbCr sind Helligkeit (Y) und Farbe (Cb, Cr) getrennt – die Farbauflösung kann unabhängig von der Helligkeit reduziert werden.** ✅ - [ ] RGB kann keine Transparenz darstellen, YCbCr schon. - [ ] Die Konvertierung ist ein verlustfreier Schritt, der die Dateigröße halbiert. > **Feedback:** Y = Helligkeit (Luminanz), Cb/Cr = Farbdifferenzen (Chrominanz). Diese Trennung ermöglicht Chroma Subsampling: Helligkeit voll behalten, Farbe reduzieren – ohne sichtbaren Verlust. --- ### L4 – Chroma Subsampling: Was ist 4:2:0? **Thema:** JPEG Schritt 2 – Subsampling **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Was bedeutet das Subsampling-Schema 4:2:0? - [ ] 4 Pixel teilen sich eine Helligkeit, aber jeder hat eigene Farbe. - [x] **4 Pixel teilen sich einen Farbwert (Chrominanz), aber jeder hat eine eigene Helligkeit (Luminanz). Die Farbauflösung wird auf 25% reduziert.** ✅ - [ ] 4:2:0 bedeutet, dass keine Farbe gespeichert wird – nur Graustufen. - [ ] Die Notation beschreibt die Blockgröße, nicht die Farbauflösung. > **Feedback:** 4:2:0 = JPEG-Standard. Von 4 Pixeln wird nur 1 Farbwert gespeichert (2×2-Block teilt Farbe), aber jeder Pixel behält seine eigene Helligkeit. Ergebnis: 50% Datenreduktion, kaum sichtbar. --- ### L5 – JPEG-Schritte: Richtige Reihenfolge **Thema:** JPEG – Kompressionsablauf **Punkte:** 2 **Typ:** `[ORDER]` Sortiere die Schritte der JPEG-Kompression in der richtigen Reihenfolge: 1. Farbraumkonversion (RGB → YCbCr) 2. Chroma Subsampling 3. Block-Aufteilung (8×8) 4. DCT (Frequenzanalyse) 5. Quantisierung (hier passiert der Verlust!) 6. Huffman-Coding (verlustfrei) > **Feedback:** Der einzige verlustbehaftete Schritt ist die Quantisierung (Schritt 5). Alles davor bereitet die Daten vor, alles danach komprimiert die Ergebnisse verlustfrei weiter. --- ### L6 – Welcher Schritt ist verlustbehaftet? **Thema:** JPEG – Verlust lokalisieren **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Bei welchem Schritt der JPEG-Kompression werden Daten dauerhaft weggeworfen? - [ ] Farbraumkonversion (RGB → YCbCr) - [ ] DCT (Discrete Cosine Transform) - [x] **Quantisierung – hier werden unwichtige Frequenzkoeffizienten auf Null gesetzt oder vergröbert.** ✅ - [ ] Huffman-Coding > **Feedback:** DCT selbst ist verlustfrei und reversibel – es sortiert nur die Daten nach Wichtigkeit. Die Quantisierung ist der einzige verlustbehaftete Schritt: Sie wirft hohe Frequenzen (feine Details) weg. Huffman-Coding danach ist wieder verlustfrei. --- ### L7 – DCT: Was macht sie? **Thema:** JPEG – DCT-Prinzip **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was leitet die DCT (Discrete Cosine Transform) bei JPEG? - [ ] Sie komprimiert die Daten verlustbehaftet. - [x] **Sie wandelt 64 Pixelwerte eines 8×8-Blocks in 64 Frequenzkoeffizienten um – sortiert die Information nach Wichtigkeit (niedrige Frequenz = wichtig, hohe Frequenz = Details).** ✅ - [ ] Sie verschlüsselt die Daten für sichere Übertragung. - [ ] Sie reduziert die Farbauflösung des Bildes. > **Feedback:** DCT = Herzstück von JPEG, aber selbst verlustfrei. Sie sortiert: Der DC-Koeffizient (0,0) = Durchschnittshelligkeit eines Blocks. Die AC-Koeffizienten = Helligkeitsänderungen. 90% der Information steckt in den ersten 10–15 Koeffizienten. --- ### L8 – Huffman-Coding: Prinzip **Thema:** JPEG – Huffman **Punkte:** 2 **Typ:** `[MC]` Wie funktioniert Huffman-Coding? - [ ] Alle Zeichen bekommen gleich lange Codes – einfach und effizient. - [x] **Häufige Werte bekommen kurze Codes, selten vorkommende lange Codes – variable Bitlänge statt fester 8 Bit.** ✅ - [ ] Huffman-Coding verschlüsselt die Daten zusätzlich. - [ ] Es funktioniert nur für Texte, nicht für Bilddaten. > **Feedback:** Huffman = verlustfrei, optimal für bekannte Häufigkeiten. Präfix-frei: Kein Code ist Anfang eines anderen → eindeutig decodierbar. Auch in ZIP, PNG, MP3 verwendet. --- ### L9 – JPEG-Artefakte: Benennen **Thema:** JPEG – Artefakte identifizieren **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem JPEG-Artefakt seine Beschreibung zu. | Artefakt | Beschreibung | |---|---| | Blocking | 8×8-Blöcke werden sichtbar als Rechteckmuster | | Ringing | „Geister" oder Halos an scharfen Kanten | | Posterization | Farbverläufe werden stufig statt fließend | > **Feedback:** Alle drei sind Folgen der Quantisierung. Blocking: Weil jeder 8×8-Block unabhängig komprimiert wird. Ringing: DCT hat Probleme mit harten Kanten (Gibbs-Phänomen). Posterization: Zu wenige Bits für feine Farbabstufungen. --- ### L10 – JPEG-Kompression erklären: RGB, YCbCr, DCT **Thema:** JPEG – Pipeline verstehen **Punkte:** 3 **Typ:** `[ESSAY]` JPEG komprimiert in mehreren Schritten. Erklären Sie die Rolle von: (1) **RGB → YCbCr Konversion**, (2) **DCT (Discrete Cosine Transform)**, (3) **Quantisierung**. Welcher dieser Schritte ist verlustbehaftet und warum? > **Musterlösung:** **(1) RGB → YCbCr:** Trennt Helligkeit (Y) von Farbe (Cb, Cr). Ermöglicht Chroma Subsampling – Farbauflösung wird reduziert, Helligkeit bleibt voll erhalten. Das Auge sieht Helligkeit besser als Farbe. **(2) DCT:** Wandelt 8×8 Pixelblöcke in Frequenzkoeffizienten um. Sortiert Information nach Wichtigkeit: niedrige Frequenzen = grobe Struktur (wichtig), hohe Frequenzen = feine Details (weniger wichtig). Die DCT selbst ist verlustfrei. **(3) Quantisierung:** Hier passiert der Verlust! Frequenzkoeffizienten werden gerundet/auf Null gesetzt – hohe Frequenzen (Details) werden stärker reduziert. Dieser Schritt ist nicht umkehrbar. --- ### L11 – JPEG-Artefakte erklären: Blocking, Ringing, Posterization **Thema:** JPEG – Artefakte verstehen **Punkte:** 3 **Typ:** `[ESSAY]` JPEG-komprimierte Bilder zeigen bei niedriger Qualität typische Artefakte. Erklären Sie die drei Artefakte **Blocking**, **Ringing** und **Posterization**. Beschreiben Sie für jedes: (1) wie es aussieht und (2) warum es entsteht. > **Musterlösung:** **Blocking:** Sichtbare 8×8-Pixel-Rechtecke. Entsteht, weil jeder Block unabhängig komprimiert wird – bei starker Kompression passen Nachbarblöcke nicht mehr zusammen. **Ringing:** „Geister" oder Halos an scharfen Kanten (z.B. schwarze Schrift auf weißem Hintergrund). Entsteht, weil die DCT mit harten Übergängen schlecht umgehen kann (Gibbs-Phänomen). **Posterization:** Farbverläufe werden stufig statt fließend. Entsteht, weil zu wenige Bits für feine Farbabstufungen übrig bleiben – ähnlich wie ein Poster mit wenigen Farben. --- ### L12 – Warum 8×8-Blöcke bei JPEG? **Thema:** JPEG – Blockgröße **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` JPEG teilt Bilder in 8×8-Pixel-Blöcke auf. Erklären Sie: (1) warum überhaupt Blöcke verwendet werden, (2) warum genau 8×8 (nicht 4×4 oder 16×16), (3) welches Artefakt durch diese Blockaufteilung entstehen kann. > **Musterlösung:** **(1) Warum Blöcke:** DCT arbeitet effizienter auf kleinen Bereichen. Globale Analyse wäre rechenintensiv und würde lokale Unterschiede verwischen. **(2) Warum 8×8:** Kompromiss – klein genug für lokale Anpassung, groß genug für effiziente DCT. 64 Koeffizienten sind mathematisch handlich (8² = 64). Historisch auch wegen begrenzter Rechenleistung gewählt. **(3) Artefakt:** Blocking – bei starker Kompression werden die 8×8-Grenzen sichtbar, weil Nachbarblöcke nicht mehr zusammenpassen. --- ## BLOCK M – Bildformate: PNG, GIF, WebP, SVG --- ### M1 – PNG: Verlustfrei oder verlustbehaftet? **Thema:** PNG – Grundeigenschaft **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Wie komprimiert PNG? - [ ] Verlustbehaftet – wie JPEG, aber mit besserer Qualität. - [x] **Verlustfrei – die Originaldaten können perfekt rekonstruiert werden.** ✅ - [ ] Gar nicht – PNG speichert Daten unkomprimiert. - [ ] PNG nutzt eine Kombination aus verlustfrei und verlustbehaftet. > **Feedback:** PNG nutzt DEFLATE-Kompression (wie ZIP) – verlustfrei. Deshalb ist PNG ideal für Grafiken, Screenshots und Bilder mit Transparenz, aber größer als JPEG für Fotos. --- ### M2 – PNG vs. JPEG: Wann was? **Thema:** Bildformate – Formatwahl **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` Erklären Sie, wann Sie PNG und wann JPEG wählen würden. Nenne je zwei konkrete Anwendungsfälle und begründen Sie Ihre Wahl. > **Musterlösung:** PNG: (1) Screenshots – Texte und Linien bleiben scharf, keine Artefakte. (2) Logos mit Transparenz – PNG unterstützt Alpha-Transparenz, JPEG nicht. JPEG: (1) Fotos fürs Web – deutlich kleiner bei kaum sichtbarem Qualitätsverlust. (2) Social Media – Plattformen re-komprimieren sowieso, PNG würde nur unnötig groß sein. --- ### M3 – GIF: Wie viele Farben? **Thema:** GIF – Eigenschaften **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Wie viele Farben kann ein GIF-Bild gleichzeitig anzeigen? - [ ] 16 Farben - [ ] 16,7 Millionen Farben - [x] **256 Farben (8-Bit-Palette)** ✅ - [ ] Unbegrenzt – GIF unterstützt alle Farben. > **Feedback:** GIF = 8-Bit-Palette = 256 Farben maximal. Deshalb sehen GIF-Bilder bei Fotos oft banding/posterisiert aus. GIF überlebt heute wegen Animationen. --- ### M4 – WebP vs. JPEG: Vorteil? **Thema:** Bildformate – WebP **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was ist der hauptsächliche Vorteil von WebP gegenüber JPEG? - [ ] WebP unterstützt Videos, JPEG nicht. - [x] **WebP erzeugt bei gleicher Qualität 25–35% kleinere Dateien als JPEG.** ✅ - [ ] WebP ist verlustfrei, JPEG nicht. - [ ] WebP kann keine Fotos speichern, nur Grafiken. > **Feedback:** WebP (Google, 2010) kann sowohl lossy als auch lossless komprimieren, unterstützt Transparenz und Animationen. Bei gleicher visueller Qualität sind WebP-Dateien deutlich kleiner als JPEG. --- ### M5 – SVG: Was ist es? **Thema:** SVG – Grundbegriff **Punkte:** 1 **Typ:** `[MC]` Was ist SVG? - [ ] Ein verlustbehaftetes Rasterbild-Format wie JPEG. - [x] **Ein Vektorgrafik-Format, das Bilder als geometrische Beschreibungen (XML) speichert – beliebig skalierbar ohne Qualitätsverlust.** ✅ - [ ] Ein Video-Container wie MP4. - [ ] Ein komprimiertes Archivformat wie ZIP. > **Feedback:** SVG = Scalable Vector Graphics. Web-Standard für Vektorgrafiken. Beschreibt WAS gezeichnet werden soll (``, ``, ``), nicht wie jeder Pixel aussieht. Ideal für Logos, Icons, Illustrationen. --- ### M6 – Formatwahl: Szenario zuordnen **Thema:** Bildformate – Formatwahl Transfer **Punkte:** 2 **Typ:** `[MATCH]` Ordne jedem Szenario das optimale Bildformat zu. | Szenario | Format | |---|---| | Ein Foto für eine Webseite (klein, OK-Qualität) | JPEG | | Ein Screenshot einer Benutzeroberfläche | PNG | | Ein Logo, das auf allen Bildschirmgrößen scharf sein muss | SVG | | Ein animiertes Reaktionsbild für einen Chat | GIF | > **Feedback:** JPEG = Fotos (klein, lossy OK). PNG = Screenshots, Grafiken mit Transparenz (verlustfrei). SVG = Logos, Icons (skalierbar). GIF = Animationen (256 Farben, aber Animations-Support). --- ### M7 – Bildformate vergleichen: JPEG, PNG, WebP **Thema:** Bildformate – Vergleich **Punkte:** 3 **Typ:** `[ESSAY]` Vergleichen Sie die drei Bildformate **JPEG**, **PNG** und **WebP**. Beschreiben Sie für jedes: (1) ob es verlustfrei oder verlustbehaftet komprimiert, (2) ob es Transparenz unterstützt, (3) einen idealen Anwendungsfall. > **Musterlösung:** **JPEG:** Verlustbehaftet. Keine Transparenz. Ideal für Fotos im Web – kleine Dateien, Qualitätsverlust bei natürlichen Bildern kaum sichtbar. **PNG:** Verlustfrei. Unterstützt Alpha-Transparenz (8 Bit). Ideal für Screenshots, Grafiken mit Text, Bilder mit Transparenz. **WebP:** Kann beides – lossy (wie JPEG) und lossless (wie PNG). Unterstützt Transparenz und Animation. Ideal als moderner Ersatz für beide – 25-35% kleiner als JPEG bei gleicher Qualität. --- ### M8 – GIF vs. moderne Alternativen **Thema:** Bildformate – Animation **Punkte:** 2 **Typ:** `[ESSAY]` GIF ist ein altes Format (1987), wird aber noch für Animationen verwendet. Erklären Sie: (1) die Haupteinschränkung von GIF, (2) warum es trotzdem noch populär ist, (3) welche moderne Alternative es gibt. > **Musterlösung:** **(1) Haupteinschränkung:** Nur 256 Farben (8-Bit-Palette). Farbverläufe werden stufig, Fotos sehen schlecht aus. **(2) Popularität:** Universelle Browser-Unterstützung, einfach zu teilen, "Meme-Kultur" hat das Format am Leben gehalten. **(3) Alternativen:** WebP (Animation + Millionen Farben + kleiner), APNG (animiertes PNG), oder kurze Videos (MP4/WebM mit `