diff --git a/docs/223015c-lernziele.md b/docs/223015c-lernziele.md new file mode 100644 index 0000000..dd76996 --- /dev/null +++ b/docs/223015c-lernziele.md @@ -0,0 +1,114 @@ +# 223015c — Operative Lernziele (Vorschlag, zur Diskussion) + +**Status:** Vorschlag, *nicht gelockt*. Du redigierst. +**Basis:** Klausur-Themen-Vorschlag aus `klausur-themen-223015c.md`. +**Eichmaß:** Fließsatz, default Bloom *Verstehen* (nicht *Anwenden*). Lebensweltanker wo sinnvoll. + +## Kapitel 1 — Geschichte, Grundlagen & HTML + +### Block A — Von-Neumann-Grundlagen + +**A.1** Die Studierenden können die fünf Komponenten der Von-Neumann-Architektur (Steuerwerk, Rechenwerk, Speicher, I/O, Bus) benennen und mit der Architektur ihres eigenen Laptops oder Smartphones in Verbindung bringen. + +**A.2** Die Studierenden können erklären, warum das *„stored-program"-Prinzip* (Daten und Programm im gleichen Speicher) eine Revolution war — im Vergleich zu ENIAC (Verkabelung neu für jedes Programm). + +**A.3** Die Studierenden können die Rolle der Pioniere (Lovelace, Hollerith, Turing, von Neumann, Hopper, Booth, Hamilton) im Konzept der modernen Rechenarchitektur einordnen. + +### Block B — Internet-Entstehung + +**B.1** Die Studierenden können den historischen Hintergrund von ARPANET (Kalter Krieg, Resilience gegen Atomschlag) benennen und das WWW (1989, Berners-Lee, CERN) zeitlich + technisch unterscheiden. + +**B.2** Die Studierenden können den physikalischen Aufbau des heutigen Internets (1,3 Mio. km Unterseekabel, Backbone-Topologie, Bedeutung großer Knotenpunkte wie Frankfurt DE-CIX) skizzieren. + +### Block C — TCP/IP-Schichtenmodell + +**C.1** Die Studierenden können die 4 Schichten von TCP/IP (Network/Link, Internet, Transport, Application) benennen und ein typisches Protokoll je Schicht zuordnen (Ethernet, IP, TCP/UDP, HTTP). + +**C.2** Die Studierenden können erklären, was Encapsulation bedeutet — dass jede Schicht den Datenstrom der höheren Schicht in eigene Header/Trailer einpackt. + +**C.3** Die Studierenden können die Bezeichnung der Daten-Einheit pro Schicht benennen (Bit/Frame/Packet/Segment/Data). + +**C.4** Die Studierenden können die Unterschiede TCP/IP vs. OSI auf Tabellen-Ebene wiedergeben (4 vs. 7 Schichten, was wo zusammengezogen wurde). + +### Block D — Adress-Tripel (IP, MAC, Port) + +**D.1** Die Studierenden können erklären, was eine **IP-Adresse** im Internet identifiziert (Endgerät, weltweit eindeutig im Datenfluss) — und können die Notation v4 (4 × 0-255) und v6 (8 × 0-FFFF) lesen. + +**D.2** Die Studierenden können erklären, dass eine **MAC-Adresse** auf der Link-Schicht das nächste physische Gerät identifiziert (lokales Netz, 6 Byte hex). + +**D.3** Die Studierenden können den **Port** als Identifikator des Ziel-Programms auf einem Endgerät verstehen (z.B. 80 = HTTP, 443 = HTTPS, 22 = SSH). + +**D.4** Die Studierenden können das Zusammenspiel am Beispiel `localhost:8080` erklären — IP zur Maschine, Port zum Programm darauf. + +### Block E — DNS und HTTP + +**E.1** Die Studierenden können den Ablauf eines DNS-Lookups skizzieren (Root → TLD → Authoritative → Records) und erklären, warum Caching die Antwortzeit drastisch reduziert. + +**E.2** Die Studierenden können einen HTTP-Request lesen (Method, Path, Header, Body) und seinen Response (Status, Header, Body) deuten. + +**E.3** Die Studierenden können die wichtigsten Statuscodes einordnen: 200 (OK), 301 (Moved), 404 (Not Found), 500 (Server Error). + +**E.4** Die Studierenden können HTTP/1.1 vs. HTTP/2 vs. HTTP/3 konzeptionell unterscheiden — was wurde verbessert (Header-Komprimierung, Multiplexing, QUIC). + +### Block F — Browser-Ablauf-Synthese + +**F.1** Die Studierenden können die 7 Schritte vom *Enter im Browser* bis *Pixel am Bildschirm* nacheinander erklären: URL parsen → DNS lookup → TCP-Handshake → TLS-Handshake → HTTP-Request → HTML-Parsing → CSS+JS rendern. + +**F.2** Die Studierenden können beispielhaft benennen, was bei einem Fehler passiert (DNS failed → kein Verbindungsaufbau, TLS-Fehler → Warnung im Browser, 404 → leere Seite mit Statuscode). + +### Block G — HTML-Grundlagen + +**G.1** Die Studierenden können die Tag-Struktur (`Inhalt`) und ihre Bestandteile (Opening, Closing, Attribute, Inhalt) benennen. + +**G.2** Die Studierenden können die wichtigsten **semantischen HTML-Tags** (`header`, `nav`, `main`, `section`, `article`, `aside`, `footer`) und ihren Zweck erklären. + +**G.3** Die Studierenden können die Document-Struktur (``, ``, `` mit `meta`, ``) hinschreiben. + +**G.4** Die Studierenden können begründen, warum semantische HTML-Tags wichtig sind — für **SEO**, für **Accessibility** (Screen-Reader), für **Wartbarkeit**. + +## Kapitel 2 — Netzwerke, Protokolle & CSS + +### Block H — CSS-Grundlagen + +**H.1** Die Studierenden können das **Box-Model** (Content, Padding, Border, Margin) skizzieren und die Bedeutung von `box-sizing: border-box` erklären. + +**H.2** Die Studierenden können die wichtigsten CSS-**Selektoren** lesen und ihre Wirkung erklären: Element (`p`), Klasse (`.btn`), ID (`#header`), Pseudo-Klassen (`:hover`, `:focus`). + +**H.3** Die Studierenden können die Bedeutung von **Kaskade** und **Spezifizität** erklären — warum eine `.btn`-Regel eine `p`-Regel überschreibt, eine `#header`-Regel eine `.btn`-Regel. + +**H.4** Die Studierenden können **Flexbox** und **Grid** konzeptionell unterscheiden — wann nehme ich welches (1D-Reihe vs. 2D-Gitter)? + +### Block I — Barrierefreiheit (A11y) + +**I.1** Die Studierenden können das **Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)** und den **European Accessibility Act (EAA)** zeitlich und inhaltlich einordnen — dass digitale Produkte ab 28.06.2025 barrierefrei sein müssen. + +**I.2** Die Studierenden können die 4 **WCAG-Prinzipien (POUR)** benennen: **P**erceivable, **O**perable, **U**nderstandable, **R**obust. + +**I.3** Die Studierenden können erklären, dass **semantisches HTML die Grundlage von A11y** ist — und **ARIA als Ergänzung**, nicht als Ersatz. + +**I.4** Die Studierenden können drei konkrete A11y-Kriterien benennen und prüfen können: Alt-Text für Bilder, Farbkontrast 4.5:1 (Text), Keyboard-Navigierbarkeit aller interaktiven Elemente. + +## Kapitel 3 — Interaktivität & JavaScript + +*Per Klausur-Themen-Vorschlag: **JavaScript ist aktuell NICHT klausurrelevant**. Lernziele auf Verstehen-Niveau (kein Code-Schreiben in der Klausur).* + +**J.1** Die Studierenden können die Rolle von **JavaScript im Browser** einordnen — was es kann (DOM manipulieren, auf Events reagieren, fetch, localStorage) und was nicht (lokal Dateien auf der Platte lesen ohne User-Aktion). + +**J.2** Die Studierenden können den Begriff **DOM** (Document Object Model) erklären — dass HTML im Browser als manipulierbarer Baum vorliegt. + +**J.3** Die Studierenden können den Begriff **Event** erklären — dass User-Aktionen (Klick, Tastendruck) im Browser auslösen, dass JS reagieren kann. + +**J.4** Die Studierenden können die Begriffe **Framework** und **Library** unterscheiden und ein Beispiel benennen (React = Library, Vue/Angular = Framework — mit Disclaimer dass die Unterscheidung umstritten ist). + +## Anmerkungen + +- **Block F (Browser-Ablauf)** ist die Synthese-Stelle — sehr klausurfähig. +- **Block I (A11y)** ist die einzige rechtlich verpflichtende Komponente — BFSG ist neu. +- **Kapitel 3 (JS)** ist mit Absicht auf Verstehen-Niveau gehalten. Wenn du JS in der Klausur willst, müssen wir Block J nach oben skalieren. + +## Offene Fragen + +1. Block F als Pflicht-Synthese oder optional? *(Vorschlag: Pflicht, weil verbindendes Verständnis.)* +2. Block I (A11y) auf BFSG/EAA-Niveau oder tiefer (konkrete WCAG-Kriterien anwenden)? +3. Block H4 (Flexbox vs Grid) — sollen Studis das anwenden (Code schreiben) oder nur unterscheiden (Konzept)? +4. JS-Lernziele J.1–J.4 — reicht das oder JS soll mehr Tiefe bekommen?